Illian, Christian:

Das chronische subdurale Hämaton : operative Therapie mit einer speziellen Hohlschraube

Duisburg-Essen (2004), 143 S.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Neurochirurgie
Hassler, Werner (Doktorvater, Betreuerin)
Wiedemayer, Helmut (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
m Zeitraum von sechs Jahren wurden in der Neurochirurgischen Klinik des Klinikums Duisburg von 287 Patienten, die an einem chronischen subduralen Hämatom erkrankt waren, 133 Männer (n=90) und Frauen (n=43) mit der Duisburger Hohlschraube therapiert. Die Ergebnisse wurden in einer nicht randomisierten, retrospektiven klinischen Studie untersucht und mit bestehenden Operationsverfahren anderer Autoren verglichen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 71,23 Jahre. Das cSDH trat in 41% (n=55) linksseitig, in 26% (n=34) rechtsseitig und in 33% (n= 44) beidseitig auf. In 55% der Fälle war ein Trauma, in 38% ein arterieller Hypertonus, in 32% eine Antikoagulanztherapie und in 9% ein Alkoholismus ursächlich für die Entstehung des cSDH. Bei 84,96% (n=113) der Patienten lag der Zeitpunkt, zu dem zum ersten Mal neurologische Symptome aufgetreten waren, innerhalb des letzten Monats. 4,5% (n=6) der Patienten wurden mit einem neurologischen Zustand von Grad IV nach Bender, 16,5 % (n=22) mit Grad III, 47,4% (n=63) mit Grad II, 31,6% (n=42) mit Grad I und kein Patient mit Grad 0 aufgenommen. Im Patientengut zeigte sich, dass bei 76,7% der Patienten (n=102) Kopfschmerzen, bei 29,3% (n=39) eine Vigilanzstörung und bei 17,3% (n=23) eine Wesensveränderung auftraten. 0,7% (n=9) klagten über Übelkeit und Erbrechen, bei 0,3% (n=4) traten Krampfanfälle auf. Nur 38% (n=50) litten an einer arteriellen Hypertonie, 35% (n=47) an einer Herzerkrankung, 30% (n=40) nahmen Antikoagulanzien ein und 12% (n=16) an einer Stoffwechselerkrankung. Keine Vorerkrankungen wiesen 15% (n=20) der Patienten auf. 25% der Patienten mit Vorerkrankungen waren in einem Bender-Stadium III oder IV, Patienten ohne Vorerkrankungen waren nur im Bender-Stadium I oder II vertreten. Bei 72,18% (n=96) der Patienten verbesserten sich die neurologischen Symptome postoperativ signifikant, bei 24,06% (n=32) blieben sie gleich und in 3,76% (n=5) verschlechterte sich der Zustand. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Krankenhaus lag bei 15,14 Tagen. Bei 15% der Fälle traten postoperativ operationsbedingte Komplikationen auf, in 25,42% musste eine erneute Operation durchgeführt werden. Die Letalität lag mit 3% (n=4) durchschnittlich niedriger als in anderen Veröffentlichungen. Unser Patientengut war im Vergleich zur Literatur bei Aufnahme kränker und älter und befand sich in einem schlechteren neurologischen Zustand. Wir konnten zeigen, dass trotz dieser schlechteren Ausgangssituation durch die Behandlung des cSDH mittels der Duisburger Hohlschraube eine signifikante neurologische Verbesserung unserer Patienten erreicht werden konnte. Die Aufenthaltsdauer lag unter der in der Literatur angegebenen. Trotz einer verhältnismäßig hohen Re-Operationsrate nahm dieses Ergebnis keinen negativen Einfluss auf die Aufenthaltsdauer und den neurologischen Ausgang der Patienten. Patienten ohne Vorerkrankungen zeigten bei Aufnahme und Entlassung neurologisch bessere Befunde als vorerkrankte Patienten. Die Letalität lag ebenfalls unterdurchschnittlich niedrig im Vergleich zur Literatur. Zusammenfassend ist zu sagen, dass diese Studie positive Ergebnisse hinsichtlich der Effektivität der Duisburger Schraube zeigt. Die Therapie mit der Duisburger Schraube ist eine sichere und einfache Operationsmethode. Sie ist sogar am Patientenbett durchführbar und somit kostengünstig. Zusammen mit der Verringerung der Aufenthaltsdauer der Patienten stellt sie so eine Kostenersparnis dar. Im Vergleich mit den bereits bestehenden Methoden zur Behandlung chronischer subduraler Hämatome ist die Duisburger Hohlschraube somit als gute und gleichwertige Alternative anzusehen. Welches jedoch das optimale operative Verfahren zur Behandlung des chronischen subduralen Hämatoms ist, müssen erst zukünftige prospektive, randomisierte und kontrollierte Studien zeigen.