Reeßing, Jan Hinnerk:

Lipopolysaccharid-induzierte T-Lymphozytenproliferation bei Patienten mit Trauma des knöchernen Skeletts der Extremitäten

Duisburg-Essen (2004), 55 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Unfallchirurgie
Waydhas, Christian (Doktorvater, Betreuerin)
Kremens, Bernhard (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Die hier vorliegende Arbeit basiert auf Untersuchungen, in denen gezeigt wur- de, dass es bei Patienten mit schweren Traumata zu einer allgemeinen Immun- suppression kommt. Diese zeigte sich unter anderem auch in einer verminder- ten Stimulierbarkeit der T-Lymphozyten durch Lipopolysaccharid, welche mit einem erhöhten Risiko einer Sepsis assoziiert wird. Deshalb wurden bei verschiedenen Unfallchirurgischen Patienten mit mittel- schwerem Trauma untersucht, ob sich auch hier die T-Lymphozytenproliferation verändert. Dazu wurden 20 Patienten in die Studie eingeschlossen und die Werte mit denen einer vergleichbaren Kontrollgruppe verglichen. Es wurden mononukleäre Zellen für 7 Tage mit Lipopolysaccharid, Tetanus Toxoid und purified protein derivates of Mycobacterium tuberculosi (PPD) sti-muliert. Die Desoxyribonukleinsäure (DNS) -Synthese wurde durch den Einbau von radioaktiv markiertem Thymidin ([3H]TdR) bestimmt. Zur Phänotypisierung der mononukleären Zellen wurden diese mit monoklonalen Antikörpern markiert und in einem FACStar Flow Cytometer analysiert. Die relative Monozytenanzahl wurde bestimmt und der prozentuale Anteil der durch die Antikörper markierten Zellen ermittelt. Es zeigte sich, dass die Spontanproliferation der Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht war. Dagegen war die Lipopolysaccharid-induzierte T-Lymphozytenproliferation bereits am präoperativen Tag reduziert. Diese verringerte sich hochsignifikant am ersten postoperativen Tag und war noch am zweiten Tag signifikant verringert. Die Untersuchungen mit Tetanus Toxoid und PPD ergaben, dass auch hier bereits präoperativ eine hochsignifi-kant verringerte Stimulationsfähigkeit vorlag, die im Verlauf des Beobachtungs-zeitraums noch weiter abnahm. Im Vergleich der CD14-positiven Monozyten fand sich ein am ersten postoperativen Tag verminderter Anteil, während- dessen es bei den HLA-DR positiven Monozyten zu keinem Unterschied im Vergleich zur Kontrollgruppe kam. Die hier vorliegende Arbeit zeigt, dass auch schon bei einem mittelschweren Trauma die T-Lymphozyten-vermittelte Immunantwort signifikant reduziert ist. Die Gefahr septischer Komplikationen ist also auch bei dieser Patientengruppe nicht auszuschließen und im klinischen Alltag werden die Patienten auch entsprechend beobachtet.