Pourak, Farid:

Perioperative Komplikationen der radikalen Zystektomie und der Harnableitung

Duisburg-Essen (2004), 59 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Urologie
Kröpfl, Darko (Doktorvater, Betreuerin)
Krege, Susanne (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Zwischen dem 09.01.1993 und dem 19.08.1999 wurden in der Klinik Essen-Mitte Huyssens-Stiftung 107 Patienten wegen eines Karzinoms der Harnblase bzw. eines fortgeschrittenen infiltrierenden Karzinoms der Nachbarorgane radikal zystektomiert und erhielten eine Harnableitung. Zwei Patienten bekamen eine palliative Harnableitung durch eine Ureterokutaneostomie ohne Zystektomie. Das Durchschnittsalter dieser Patienten betrug 69 Jahre. 30% der Patienten waren Frauen und 70% Männer. Die Mehrzahl der Patienten befand sich in der ASA-Gruppe III. In dieser retrospektiv angelegten Studie wurden die perioperativen Komplikationsraten der Operationsverfahren untersucht. Wir fanden einen Anstieg der Komplikationsrate bei den fortgeschrittenen Urothelkarzinome der Harnblase im Stadium T3 und T4. Die Harnableitung erfolgte postoperativ zu 61,4% durch ein Ileum-Conduit, zu 22,9% durch eine Ileum-Neoblase, zu 5,5% durch einen Mainz-Pouch II, zu 5,5% durch eine Ureterhautfistel und zu 4,6 % durch einen Ileocoecal-Pouch. Die Komplikationsrate lag bei den Patienten in der Ileum-Conduit-Gruppe höher als die Patienten mit einer anderen Harnableitung. Diese ist durch höhere Komorbidität der Patienten mit einer ASA-Gruppe III sowie ein fortgeschrittenes Tumorstadium zu erklären. Wir fanden keine Korrelation zwischen höhere Komplikationsrate und der Erfahrung des Operateurs. Die erfahrenen Operateure hatten jedoch eine kürzere Operationsdauer im Vergleich zu den anderen. Die Häufigkeit der unspezifischen postoperativen Komplikationen wie Sepsis, Pneumonie und Lungenembolie lag im Vergleich zu den Operationsspezifische Komplikationen höher. Die postoperative Komplikationsrate lag auf der Intensiv-Station mit 6,4% unter der Komplikationsrate auf den fachurologischen Stationen mit 11,9%. Eine engmaschige Kontrolle und interdisziplinäre Versorgung sowie kurze Aufenthaltsdauer auf der Intensiv-Station sind eine Erklärung für diesen Unterschied. Eine Reoperationsrate von 3,7% lag im Vergleich zu den anderen Studien im unteren Bereich.

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