Weber, Monika:

Analytische Psychotherapie mit KIndern und Jugendlichen : eine Studie zur Behandlungswirksamkeit

Duisburg-Essen, 176 Bl.
Dissertation / Fach: Allgemeines, Sonstiges
Fakultät für Bildungswissenschaften
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Dissertation
Abstract:
Die vorliegende Untersuchung ist eine prospektive Untersuchung über einen Zeitraum von 8 Jahren (1992-2000). Um Therapieeffekte gegenüber Zufallsergebnissen abzusichern, werden die Therapieeffekte mit den Ergebnissen einer unbehandelten Kontrollgruppe verglichen. Die Äquivalenz der beiden Gruppen wird anhand der Test-Eingangswerte, der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten und anhand der Familiensituation nachgewiesen. Die Auswahl der Testverfahren begründet sich auf dem Prinzip der multimethodalen Diagnostik. Befragt wurden Patient (Jugendlicher bzw. Kind ), Angehörige (Eltern) und unabhängiger Beobachter (Rater). Die Patienten selbst erhielten die Fragebögen GBB (Giessener Beschwerdebogen) und ALS (Allgemeines Selbstwertgefühl), die Eltern erhielten GBB-Elternurteil und MVL (Marburger Verhaltensliste). Der Baum-Zeichentest wurde einem Fachmann als Rater vorgelegt. Die Effektivität wird über den Kontrollgruppenvergleich, verschiedene Prä/Post-Vergleiche, Varianzanalysen und über den Vergleich mit den vorhandenen Normwerten berechnet. Untersucht und diskutiert wird in dieser Arbeit die Thematik der Fremdbeurteilung im Vergleich zur Selbstbeurteilung, die Abhängigkeit der Ergebnisse von der Messung auf verschiedenen Datenebenen, die mögliche Altersabhängigkeit der Ergebnisse und die Erfassung von Randbedingungen der Therapie im Sinne von möglichen Fehlerquellen. Es zeigt sich die weitgehende Unvereinbarkeit der Skalen im Hinblick auf die Messung des Therapieerfolges. Fremdbeurteilungen ergeben positivere Werte als Selbstbeurteilungen. Als vielversprechend hat sich der Einsatz des Baumzeichen-Testes erwiesen, der auch im Praxisalltag der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten zur Anwendung kommt. Diskutiert wird am Ende dieser Untersuchung die Frage der Notwendigkeit der Entwicklung eines erweiterten Fragebogens auf dem Hintergrund eines ganzheitlicheren Verständnisses von Heilung und Gesundung.