Guelich, A.; Pohl, K.; Reuys, A.; Thiel, S.:

Architectural Design and Change Management for Product Families.

In: Arbeitsbericht, Universität Essen
Essen (2002)
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Neue Kundenanforderungen, technische und organisatorische Veränderungen und nicht zuletzt die rasante Marktentwicklung führen dazu, bestehende Systeme immer wieder anpassen zu müssen. Dies gilt insbesondere für Produktfamilien, die im Vergleich zu Einzelprodukten ein wesentlich größeres Marktsegment abdecken und dadurch ein höheres Änderungspotenzial aufweisen. Eine entscheidende Voraussetzung zur Unterstützung von Änderungen ist die Sicherstellung der Verfolgbarkeit (Traceability) über alle Entwicklungsphasen. Um die Verfolgbarkeit zu gewährleisten, werden üblicherweise die bei der Entwicklung entstandenen Arbeitsprodukte durch sogenannte „Traceability Links“ miteinander in Beziehung gesetzt. Dies vereinfacht im Fall einer Änderung die Ermittlung der dadurch beeinflussten Elemente (Impact Analysis). Ziel des Änderungsmanagements (Change Management) ist die Umsetzung einer systematischen und durchgängigen Behandlung und Unterstützung von Änderungen im gesamten Entwicklungsprozess. Eine wichtige Grundlage für die Einführung einer durchgängigen Änderungsunterstützung ist die Dokumentation der Beziehungen zwischen Anforderungen und dem Architekturentwurf. Diese gestaltet sich jedoch oftmals schwierig. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass Anforderungen den Problemraum beschreiben, die Architektur aber bereits den Lösungsraum dokumentiert. Die Architektur stellt also schon eine Umsetzung und nicht eine Verfeinerung der Anforderungen dar. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurde ein von der Universität Essen entwickeltes Verfahren, das eine adäquate Verfolgbarkeit von Anforderungen im Architekturentwurf ermöglicht, angewendet und verfeinert. Das Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch GmbH anhand eines Praxisbeispiels aus der Umfeldsensorikentwicklung (Car Periphery Supervision, CPS) erprobt und validiert. Dabei wurde eine mögliche Umsetzung der Nachvollziehbarkeit von Anforderungen hin zur Architektur unter Berücksichtigung der existierenden Projektdokumentation aufgezeigt. Darauf aufbauend wurde die Unterstützung von Änderungen am Beispiel gegenwärtiger Änderungsfälle (Change Cases) demonstriert. Das Verfahren unterstützt hierbei insbesondere die Identifikation der von einer Änderung betroffenen Elemente und ermöglicht ferner die Einteilung von Änderungsfällen in sogenannte Änderungsklassen. Diese Klassen können bei zukünftigen Änderungen herangezogen werden um zu entscheiden, wie Änderungen in der Architektur zu behandeln sind und welcher Änderungsaufwand dabei zu erwarten ist.

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