Hugenroth, Reinhild:

Schule und bürgerschaftliches Engagement : Lernallianzen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als Beitrag zu einer aktiven Bürgergesellschaft?

Duisburg (2010), VII, 333 S.
Dissertation / Fach: Soziologie, Sozialwissenschaften
Fakultät für Gesellschaftswissenschaften
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2010
Abstract:
Schule in Deutschland ist in weiten Teilen immer noch am bürokratischen System orientiert. Die Schule hängt von Entscheidungen des Staates ab. Aber in den letzten Jahren entwickelte sich eine neue Steuerung oder „Governance“ auf der Mikro-, Meso- und Makro-Ebene, die das Erziehungssystem langsam verändert. Schule öffnet sich zum eigenen Umfeld zum Beispiel in der Kommune, zu Jugendorganisationen oder zu Sportvereinen, d.h. zur Zivilgesellschaft. Selbststeuerung von Bildungsinstitutionen wie die Schule war eine grundlegende Idee der Bildungsreform in den 1970er Jahren – soziologisch weiterentwickelt von Eckart Pankoke, der vor allem die Relationen zur Umwelt und die Rückwirkung der Umwelt auf das System als Abgrenzung zur Selbstgenügsamkeit beschrieb. Die zentrale Fragestellung der Dissertation lautet: Wie erfolgt eine Modernisierung mit der Öffnung der Schule nach außen und nach innen? Daher möchte ich der Frage nachgehen, wovon das Engagement in der Schule abhängt und die Hypothese in Mittelpunkt stellen, ob in der Schule Engagement vom Bildungsstand abhängig ist oder von Gelegenheitsstrukturen. Rheinland-Pfalz wurde 2004 als Referenzland herangezogen, weil in diesem Bundesland die „Ganztagsschule in Angebotsform“ etabliert war und Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zum Ganztagsprogramm gehörten. In Nordrhein-Westfalen dagegen bauten sich ab dem Schuljahr 2003/2004 die Ganztagsschulen erst auf. In den letzten Jahren hat sich Schule aber rasant geändert. So sind in Nordrhein-Westfalen inzwischen die Hälfte aller Hauptschulen Ganztagsschulen. Obwohl die Schulen jener Ort sind, wo bürgerschaftliches Engagement stattfindet und untersucht werden soll, versteht sich diese Dissertation als ein Beitrag zur Engagementforschung, die dem Dritten Sektor und nicht der Schulforschung zugeordnet ist.