Knauer, Martin; Kümmel, Verena:

Visualisierung konstitutioneller Ordnung 1830–1852

Münster: Rehma Verlag (2011), 194 Seiten
ISBN: 978-3-86887-007-7
Buch / Monographie / Fach: Geschichte
Fakultät für Geisteswissenschaften » Historisches Institut
Abstract:
Die historische Forschung hat sich mit der politischen Symbolik des Frühkonstitutionalismus bisher wenig beschäftigt. Ursache hierfür ist die komplizierte Konkurrenz dynastischer und parlamentarischer Ordnungsentwürfe sowie der dazugehörenden Bilder und Zeichen. Um zu wirken, bedarf auch konstitutionelle Herrschaft nicht nur zeremonieller und oratorischer, sondern ebenso visueller Formen. Es scheint darum ein lohnendes Unterfangen, die performative Dialektik monarchisch-parlamentarischer Repräsentation in ihrer ikonografischen Dimension näher zu bestimmen.Der Band setzt sich zum Ziel, Inszenierungsmuster und Bildstrategien parlamentarischer Identitätsbildung während der Inkubationsphase moderner Staatlichkeit zu untersuchen. Auf der Basis neuer visueller Reproduktionstechniken des 19. Jahrhunderts, wie Lithografie und Fotografie, aber auch traditioneller Bildträger gilt es, zeitgenössische Darstellungen konstitutioneller Regierungspraxis und ihrer politischen Akteure in den Blick zu nehmen. Die dem Konstitutionalismus eigene Symbolsprache bildete Machtverhältnisse nicht einfach ab, sondern schuf ein neues politisches Bewusstsein. Konstitutionelle Ordnung visualisiert sich dabei auf verschiedenen Ebenen: Über Verfassungs- und Parlamentsfeiern, Wahlkämpfe und deren Medialisierung, Denkmalstiftungen und Ausstattungsprogramme. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit parlamentarischen Legitimationsstrategien in Frankreich unter Louis-Philippe und der Zweiten Republik, Abgeordnetenporträts in Frankfurt, Wien und Prag sowie dem frühviktorianischen Bildprogramm im Palace of Westminister nach dem Brand von 1834.

Dieser Eintrag ist freigegeben.