Mews, S.; Sachs, B.; Staschkiewicz, Bettina; Nowak, Knut Michael; Brand, Matthias:
Die Bedeutung von Wahrscheinlichkeitsberechnungen in Risiko-Entscheidungssituationen, Abstracts
2008
In: Zeitschrift für Neuropsychologie, Jg. 19 (2008), Heft 3, S. 191
Artikel/Aufsatz in Zeitschrift2008Angewandte Kognitionswissenschaft
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Titel:
Die Bedeutung von Wahrscheinlichkeitsberechnungen in Risiko-Entscheidungssituationen, Abstracts
Autor(in):
Mews, S.; Sachs, B.; Staschkiewicz, BettinaLSF; Nowak, Knut Michael; Brand, MatthiasLSF
Erscheinungsjahr
2008
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Erschienen in:
Titel:
Zeitschrift für Neuropsychologie
in:
Jg. 19 (2008), Heft 3, S. 191
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Abstract:

In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe von Untersuchungen des Entscheidungsverhaltens unter Risikobedingungen, d. h. in Situationen, in denen die Regeln für Gewinne und Verluste und deren Wahrscheinlichkeiten explizit sind, durchgeführt. Hierzu wurde häufig die Game of Dice Task (GDT) bei Patientengruppen mit verschiedenen Hirndysfunktionen eingesetzt. Die bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass bei Risikoentscheidungen sowohl die Verarbeitung vorangegangenen Feedbacks als auch exekutive Funktionen bedeutsam sind (Brand et al., 2006). Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, die Bedeutung der Aufmerksamkeit auf Wahrscheinlichkeiten für das Verhalten in der GDT zu untersuchen. Dazu bearbeiteten 40 gesunde Probanden (19 Frauen, 18 – 54 Jahre) die GDT und einen Wahrscheinlichkeitsfragebogen, der die Aufmerksamkeit auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen lenken sollte. 20 Probanden bearbeiteten den Fragebogen zuerst (Priming-Gruppe). Die Priming-Gruppe wählte signifikant häufiger die sicherste Alternative (p=.022) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Anzahl richtig gelöster Wahrscheinlichkeitsaufgaben korrelierte mit dem GDT-Nettoscore (r=.365, p<.05) und mit der Wahl der sichersten Alternative (r=.38, p<.05). Die Ergebnisse legen nahe, dass die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Wahrscheinlichkeiten das Verhalten in einer nachfolgenden Risikoentscheidungsaufgabe beeinflussen kann. Möglicherweise führt eine vorherige Bearbeitung von Wahrscheinlichkeitsaufgaben dazu, dass die expliziten Informationen über Wahrscheinlichkeiten in einer Risikoentscheidungsaufgabe stärker beachtet und für aktuelle Entscheidungen genutzt werden.