Brand, Matthias:
Perfektionismus und Entscheidungsverhalten in komplexen Situationen: Wie funktional sind persönliche Standards, leistungsbezogene Zweifel und Fehlersensibilität?
In: Beiträge zur 10. Arbeitstagung der Fachgruppe Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik / Schmitt, Manfred (Hrsg.). - Lengerich [u.a.]: Pabst Science Publ., 2009, S. 21
Buchaufsatz/Kapitel in Sammelwerk / Fach: Angewandte Kognitionswissenschaft
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Titel:
Perfektionismus und Entscheidungsverhalten in komplexen Situationen: Wie funktional sind persönliche Standards, leistungsbezogene Zweifel und Fehlersensibilität?
Autor(in):
Brand, Matthias im Online-Personal- und -Vorlesungsverzeichnis LSF anzeigen
Erscheinungsjahr
2009
Erschienen in:
Beiträge zur 10. Arbeitstagung der Fachgruppe Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik / Schmitt, Manfred (Hrsg.). - Lengerich [u.a.]: Pabst Science Publ., 2009, S. 21
ISBN
Signatur der UB

Abstract:

Entscheidungen zu treffen ist eine wichtige Alltagskompetenz. Gerade in komplexen Situationen scheint ein Zusammenspiel kognitiver und emotiver Funktionen funktional für das Treffen von vorteilhaften Entscheidungen zu sein. Inwieweit Persönlichkeitseigenschaften das Entscheidungsverhalten beeinflussen ist bislang noch vergleichsweise wenig eruiert worden. In dem Beitrag werden zwei Studien vorgestellt, die den potentiellen Zusammenhang zwischen dem Entscheidungsverhalten in komplexen Situationen und verschiedenen Perfektionismusfacetten untersucht haben. In Studie 1 (n=58 Probanden) korrelierte das Entscheidungsverhalten in einer Glücksspielaufgabe (Game of Dice Task, GDT) signifikant mit den Perfektionismusfacetten „leistungsbezogene Zweifel“ (r=.27) und „Fehlersensibilität“ (r=.33). In Studie 2 (n=50 Probanden) zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen der Geschwindigkeit bei der Bearbeitung einer Simulationsaufgabe (Cabin Air Management System, CAMS) und „persönlichen Standards“ (r=-.29). Die Ergebnisse geben Grund zur Annahme, dass die Kernperfektionismusfacetten – die bei erhöhter Ausprägung im klinischen Kontext zumeist als dysfunktional bezeichnet werden – in leistungsbezogenen Aufgaben insofern funktional sein können, als dass sie mit einer besseren Bearbeitungsleistung kovariieren.