Kirchner, Lutz; Jung, Jürgen:

Ein Bezugsrahmen zur Evaluierung von UML-Modellierungswerkzeugen

In: Arbeitsberichte des Instituts für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik
Koblenz-Landau: Universität Koblenz-Landau (2001)
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Im Rahmen dieses Berichts wird ein Bezugsrahmen entworfen, der es ermöglicht, am Markt erhältliche Software zur Modellierung mit der UML zu bewerten und die Produkte der Hersteller miteinander zu vergleichen. Der Bezugsrahmen versteht sich als erster Vorschlag für ein Vorgehen bei der Evaluation entsprechender Software-Werkzeuge in einer späteren Arbeit. In deren Verlauf wird er noch einigen Änderungen unterliegen. Ausgehend von einem Kriterienkatalog werden die für die Durchführung der Evaluation nötigen Qualitätskriterien vorgestellt und erläutert. Dabei wird grob zwischen drei Kriterienkategorien unterschieden: • Allgemeine Kriterien für Software • Kriterien für Modellierungswerkzeuge • Spezielle Kriterien bzgl. der Modellierung mit der UML Die erste Kategorie behandelt die für die Anschaffung von beliebiger Software generell gültigen Qualitätskriterien. Die zweite befaßt sich mit den spezielleren Anforderungen an ein Modellierungswerkzeug, dessen erklärte Funktionalität die Erstellung eines Modells sowie die Erzeugung von Quellcode aus diesem ist. In der letzten Kategorie wird schließlich auf die für die Modellierung in UML relevanten Aspekte eingegangen. Insgesamt ist jedoch zu bemerken, daß die aufgelisteten Punkte zur Bewertung der Software in keiner Weise disjunkt zu betrachtende Teilmengen innerhalb des Bezugsrahmens bilden, sondern daß hier eine Überlappung und gegenseitige Beeinflussung bzw. Implikation verschiedener Kriterien zu beobachten ist. Das beinhaltet die Zuordnung zu den Kategorien dahingehend, daß bspw. die Bewertung der Qualität der Bedienungsoberfläche von Software in der ersten Kategorie nicht völlig getrennt von ihrem Zweck - also der Erstellung von Modellen - gesehen werden kann, was somit ab einer gewissen Betrachtungstiefe automatisch Kriterien der zweiten Kategorie tangiert. Auch ist es nicht möglich, die Versionskontrolle eines Tools unabhängig von der Art und Weise zu betrachten, wie Teile eines Modells in das Repository eingebracht werden und wie die Konsequenzen für den Mehrbenutzerbetrieb aussehen. Wenn sich im Rahmen der Evaluation eine solche Überlappung zwischen den einzelnen Kriterien ergibt, wird bei der Bewertung der einzelnen Tools darauf hingewiesen, bei der hier vorliegenden Aufstellung der Kriterien aber davon noch weitestgehend abstrahiert. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der im folgenden aufgeführten Kriterien ist die Art und Weise der Bewertung. Die Zweckmäßigkeit der Anordnung von Menüs bspw. läßt sich von einigen grundlegenden Aspekten abgesehen nicht ausschließlich objektiv bewerten und ist dabei abhängig von den Bedienungsgewohnheiten des Benutzers und somit stark subjektiv. Andere lassen sich durchaus objektiv gegeneinander abwägen. Auf diese Bewertungsschwerpunkte soll jeweils deutlich hingewiesen werden, um aufzuzeigen, an welcher Stelle die Präferenzen des Benutzers stark ausschlaggebend sind und somit den Bezugsrahmen in seiner Interpretation nicht zu sehr an eine kleine Personengruppe zu binden. Die der Evaluation zugrundeliegende Software ist generell unter Windows 9x/ME und NT/2000 lauffähig. Diese Betriebssysteme wurden als Plattformen ausgewählt, da die Hersteller aller Tools, die in der Testphase Berücksichtigung finden sollen, eine unter diesen Umgebungen lauffähige Version anbieten und somit die Marktdichte in diesem Bereich am höchsten ist.