Figulla, Laura:

Evidence on safety and efficacy of transcatheter aortic valve implantation or medical therapy in symptomatic severe aortic stenosis : a systematic review of current literature

Duisburg, Essen (2010)
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Kardiologie
Neumann, Till (Doktorvater, Betreuerin)
Jakob, Heinz G.; Autschbach, R. (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2012
Abstract:
Ziele: Kathetergeführte Aortenklappenimplantationen (TAVI) versprechen eine effektive Behandlung von älteren Hochrisikopatienten mit symptomatischer schwerer Aortenstenose (AS). Allerdings muss die Einführung von TAVI gut begründet sein und langfristigen Erfolg garantieren. Systematische Reviews sind ein anerkannte Methodik in der evidenzbasierten Gesundheitsökonomie für die Beurteilung medizinischer Wirksamkeit. In dieser Arbeit wurde diese Methodik angewendet, um die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von TAVI bis zum 1-Jahres-Follow-up objektiv zu belegen und den Überlebensvorteil von TAVI im Vergleich zur medikamentösen Therapie zu beurteilen.
Methoden: In Übereinstimmung mit dem Toolkit der "German Scientific Working Group Technology Assessment for Health Care" (GSWG), wurden zwei unabhängige systematische Übersichtsarbeiten über die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von TAVI und medikamentöser Therapie in großen bibliographischen Datenbanken durchgeführt . A priori Einschlusskriterien wurden konsistent für beide Beurteilungen definiert. Es erfolgte ein erstes Screening der identifizierten Artikel anhand der Überschriften und Abstracts gefolgt von einem Volltext-Screeing. Daten aus relevanten Publikationen wurde extrahiert, gemäß GSWG Checklisten evaluiert. Dann erfolgte eine qualitative Synthese der Informationen.
Ergebnisse: Durch die systematische Literaturrecherche wurden 12 Primärpublikationen (abgeleitet aus 1.849 Zitationen) für TAVI (Anzahl der Patienten [n] = 1.049) und 11 Primärpublikationen (abgeleitet aus 189 Zitaten) für die medizinische Therapie von AS (n = 946) identifiziert, die alle Einschlusskriterien erfüllten.
Die mittlere prozedurale Erfolgsrate für TAVI Interventionen betrug 93,3%. Die mittlere kombinierte prozedurale, post-prozedurale und kumulative Krankenhaus/30-Tages- Letalität betrug 11,4% (n = 116; range 5,3% -23%). Für transvaskuläre (TV) TAVI Verfahren war die durchschnittliche Krankenhaus/30-Tages- Letalität signifikant niedriger als für transapikale (TA) TAVI Verfahren (9,5% versus 14%) (p-Wert = 0,03). Schwerwiegende vaskuläre Komplikationen traten im Durchschnitt in 3,1% aller in diesem Review einbezogenen Patienten auf, insbesondere wenn der TV Zugangsweg gewählt wurde betrug die Inzidenz bis zu 33,3%. Die mittlere Inzidenz von Schlaganfällen betrug 4,4%. Ein Jahr nach TAVI betrug die mittlere Überlebensrate 75,9% (Range 64,1% -87%), verglichen mit 62,4% (Range 40% -84,8%) für medikamentös behandelte Patienten (p-Wert <0,0001). Die 1-Jahres-Überlebensrate nach TAVI für Patienten mit TV Verfahren war signifikant höher als nach TA Verfahren (79,2% versus 73,6%) (p-Wert = 0,041). Bis zum 1-Jahres-Follow-up blieb die verbesserte Klappenfunktion stabil, und es gab einen Trend zu einer verbesserten Herzfunktion.
Fazit: Auf Basis der besten verfügbaren Daten, bei Patienten mit symptomatischer schwerer AS, zeigt TAVI eine verbesserte 1-Jahres-Überlebensrate im Vergleich mit der medikamentösen Standardtherapie. Der aus diesem systematischen Review abgeleitete Überlebensvorteil von TV-TAVI versus medikamentöser Therapie beträgt +16,8% und stimmt gut überein mit den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen aus der randomisierten PARTNER US Studie (+20%).