Methicillin-resistente Staphylococcus aureus in der Veterinärmedizin und dessen Bedeutung im Gesundheitswesen

In: Krankenhaushygiene + Infektionsverhütung, Jg. 33 (2011) ; Nr. 5, S. 126-129
ISSN: 0720-3373
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Medizin
Fakultät für Biologie » Allgemeine Zoologie
Abstract:
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) zählen zu den nosokomialen Infektionserregern, die weltweit ein Problem im Gesundheitswesen darstellen. Ein derzeit noch kleiner Teil der Allgemeinbevölkerung ist Träger eines MRSA, der z. B. bei Eingriffen im Rahmen eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus eine manifeste Infektion hervorrufen kann. Aufgrund der Multiresistenz des Erregers ist diese häufig kaum zufriedenstellend therapierbar. Bei frühzeitiger Erkennung der Kolonisation mit MRSA können Maßnahmen ergriffen werden, die das Risiko einer Infektion minimieren. Dazu zählen zum Beispiel die Isolation und die Dekolonisation des Patienten.

Reservoire für MRSA können neben humanen Patienten auch Tiere sein. So sind insbesondere landwirtschaftliche Nutztiere, aber auch Heim- und Haustiere, häufiger mit MRSA besiedelt, welche bei intensivem Kontakt als Zoonose auf den Menschen übertragbar sind. Das führt dazu, dass Tierärzte, Landwirte und Mitarbeiter von Schlachthöfen überproportional häufig Träger von MRSA sind und daher eine Risikogruppe im Gesundheitssystem darstellen. Sie sollten daher vor der Aufnahme in ein Krankenhaus prophylaktisch auf eine Kolonisation mit MRSA untersucht werden.

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