Stock-Schröer, Beate:

Die Qualität publizierter Experimente in der Grundlagenforschung zur Homöopathie : Entwicklung und Anwendung eines Kriterienkatalogs

Duisburg, Essen (2010), 91 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät
Sonstige Einrichtungen / Externe
Dabos, Gustav (Doktorvater, Betreuerin)
Moebus, Susanne; Ulrich-Merzenich, Gudrun (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2011
Abstract:
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde der Kriterienkatalog REHBaR (Reporting Experiments in Homeopathic Basic Research) entwickelt. Dieser soll Wissenschaftlern, die eine experimentelle Arbeit aus dem Bereich der Grundlagenforschung zur Homöopathie publizieren wollen, als Anleitung dienen, damit die Experimente vollständig und transparent dargestellt werden. Diese Richtlinie soll dazu beitragen, dass die Berichterstattung standardisiert und transparenter wird und dient somit der Qualitätssicherung in der Grundlagenforschung zur Homöopathie.
Im ersten Teil der Arbeit wurden die 43 Antworten einer Befragung von 100 zufällig ausgewählten Forschungseinrichtungen außerhalb der Homöopathie vorgestellt. Die Befragung ergab, dass Randomisierung, Verblindung, interne Replikation sowie Positiv- und Negativkontrollen zu den Standards in der Grundlagenforschung gehören, wohingegen die externe Replikation von den meisten Forschern zwar als sehr wichtig erachtet, aber kaum durchgeführt wird.
Die Ergebnisse der Befragung dienten als Grundlage für die Erarbeitung des Kriterienkatalogs REHBaR. Gemeinsam mit einem Team von neun Wissenschaftlern aus dem Bereich der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung zur Homöopathie wurde dieser in einem 5-stufigen Delphi-Prozess erarbeitet. REHBaR enthält insgesamt 23 Kriterien mit einem ausführlichen Erläuterungsteil inklusive Beispielen und soll als Anleitung für eine exakte und transparente Berichterstattung von Experimenten zu homöopathischen Fragestellungen dienen. Er ist gleichzeitig der erste Kriterienkatalog, der sämtliche Qualitätsstandards in der Grundlagenforschung zur Homöopathie enthält. Inwieweit sich der Kriterienkatalog REHBaR als Evaluationsinstrument eignet, sollte im letzten Teil der Arbeit überprüft werden. Hierzu wurden die Kriterien des Katalogs von 23 auf 39 Unterpunkte weiter unterteilt. Zwei Gutachter bewerteten unabhängig voneinander 30 zufällig ausgewählte Publikationen aus verschiedenen Bereichen der Grundlagenforschung zur Homöopathie. Die Übereinstimmung wurde u.a. mit dem korrigierten Kappa-Wert (κn) nach Brennan und Prediger ermittelt. Er zeigte bei 11 Kriterien eine hohe bis sehr hohe Übereinstimmung, bei 8 eine mittlere und bei 20 eine geringe bis sehr geringe Übereinstimmung. Ein Grund für die geringe Übereinstimmung lag an der oft ungenauen oder unvollständigen Berichterstattung in den Publikationen, die sich mit einem präzisen Instrument nicht sicher evaluieren lassen. So wurde bei unpräzise formulierten Kriterien durchschnittlich eine höhere Übereinstimmung zwischen den Gutachtern erzielt als bei präzise formulierte Kriterien. Damit zeigte die Evaluation von REHBaR weniger eine mangelnde Eignung des Katalogs als Bewertungsinstrument als vielmehr die Notwendigkeit, dass REHBaR als Richtlinie für eine vollständige und präzise Berichterstattung entwickelt wurde.

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