Schmidt, Annette:

Deregulation von microRNA und Mutationen des Tumorsuppressorgens CYLD im Hodgkin Lymphom

Duisburg, Essen (2011) (XIII, 117 Bl.)
Dissertation / Fach: Biologie
Fakultät für Biologie
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Zellbiologie (Tumorforschung)
Küppers, Ralf (Doktorvater, Betreuerin)
Horsthemke, Bernhard (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2011
Abstract:
In der vorliegenden Arbeit wurden neue Erkenntnisse über pathogenetische Mechanismen des Hodgkin-Lymphoms (HL) gewonnen. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Deregulation von microRNA (miRNA) im Hodgkin-Lymphom und ihrer möglichen Bedeutung für die Erkrankung. Durch die Etablierung eines sensitiven Protokolls für die Extraktion und Amplifikation von miRNA aus mikrodissektierten malignen Tumorzellen konnten erstmalig vergleichende Analysen der MiRnome von verschiedenen HL-Subtypen, sowie ihren Vorläuferzellen, den Keimzentrums-B-Zellen (Germinal Center B cells, GCB), durchgeführt werden. Die Analysen zeigten, dass sämtliche HL-Fälle und HL-Zelllinien eine spezifische miRNA-Signatur aufweisen, die sie von GCB unterscheidet. Desweiteren zeigte sich, dass sich verschiedene HL-Subtypen anhand der differentiellen Expression weniger miRNAs unterscheiden lassen, was in Zukunft eine Rolle in der Diagnostik spielen könnte.
Der zweite Teil der Arbeit behandelt die Mutationsanalyse des Tumorsuppressorgens CYLD in HL-Zelllinien und Primärfällen. Es wurde gezeigt, dass die HL-Zelllinie KM-H2 eine destruktive Mutation im CYLD-Gen aufweist, die zum Verlust der Deubiquitinierungsfunktion des Proteins führt. Jedoch konnte die genetische Läsion weder in weiteren HL-Zelllinien, noch in mikrodissektierten malignen Tumorzellen aus Primärfällen gefunden werden. Dies läßt darauf schließen, dass inaktivierende CYLD-Mutationen keine tragende Rolle in der Pathogenese des HL spielen.