Cramer, Manfred; Fliegel, Steffen; Heyden, Thomas; Röhrle, Bernd; Stark, Wolfgang:

Zur Zukunft der DGVT.

In: Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, Jg. 16 (1984) ; Nr. 4, S. 597-603
ISSN: 0173-7791
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Abstract:
Die Folgen der veraenderten sozialpolitischen Bedingungen fuer die sogenannten Plattformverbaende in der Bundesrepublik Deutschland (Deutsche Gesellschaft fuer Verhaltenstherapie, Gesellschaft fuer wissenschaftliche Gespraechspsychotherapie, Deutsche Gesellschaft fuer Sozialpsychiatrie) werden dargestellt und thesenartig diskutiert. Die Betonung der Fachlichkeit, die zunehmende Innenorientierung und die Abschottung gegen neue soziale Bewegungen werden auf das Ende der Reformzeit zurueckgefuehrt. Administrative Einschraenkungen, das Ende des Modellprogramms Psychiatrie, der Versuch, Fortbildungsangebote als Gesundheitspolitik auszugeben, stehen im Zusammenhang mit dem Verzicht der Verbaende auf kooperative Politik und der Beschraenkung auf Vereinsspezifika. Die Strategie, im Rueckwaertsgang auf fortschrittliche Gesundheitspolitik zu verzichten, werde scheitern, weil die Oeffentlichkeit wichtigere Probleme als die psychosoziale Versorgung hat, weil die Verbaende unterschiedliche Strategien verfolgen, verbuerokratisieren und an Mitgliederschwund leiden. Die wachsende Bedeutungs- und Sprachlosigkeit betrifft besonders die Deutsche Gesellschaft fuer Verhaltenstherapie, die diesen Zustand aber auch als Chance fuer eine Neuorientierung nutzen koenne.

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