Leutner, Detlev; Wirth, Joachim; Klieme, Eckhard; Funke, Joachim:

Ansaetze zur Operationalisierung und deren Erprobung im Feldtest zu PISA 2000.

In: Problemlösekompetenz von Schülerinnen und Schülern : diagnostische Ansätze, theoretische Grundlagen und empirische Befunde der deutschen PISA-2000-Studie / Klieme, Eckhard; Leutner, Detlev; Wirth, Joachim (Hrsg.)
1. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag fuer Sozialwissenschaften (2005), S. 21-36
ISBN: 3-531-14736-6
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften
Abstract:
Ueber die Erprobung von sechs unterschiedlichen Aufgabentypen zur Erfassung der faecheruebergreifenden Problemloesekompetenz im Rahmen der 1999 durchgefuehrten Program for International Student Assessment-(PISA)-Feldtests wird berichtet. Dabei wurde zum einen untersucht, ob sich faecheruebergreifendes Problemloesen von Intelligenz und fachlichen Kompetenzen empirisch abgrenzen laesst (diskriminante Validitaet). Zum anderen wurde geprueft, inwieweit analytische und dynamische Aspekte der Problemloesekompetenz konvergieren, ohne jedoch als identisch angesehen werden zu muessen (konvergente Validitaet). Insgesamt 654 Schueler aus 18 Schulen in vier Bundeslaendern bearbeiteten zusaetzlich zu den im Rahmen des PISA-Feldtests eingesetzten Verfahren drei schriftliche Aufgaben zum analytischen Problemloesen (Projektaufgaben, analoges Problemloesen, Fehlersuche) und drei computerbasierte Aufgaben zum dynamischen Problemloesen (virtuelles Labor, Oekologie-Planspiel, Raumfahrtspiel). Die Ergebnisse zeigten, dass die psychometrischen Eigenschaften im Sinne von Schwierigkeit der Aufgaben und Reliabilitaet der Skalenwerte zufriedenstellend waren und dass die Instrumente, insbesondere auch die computerbasierten Verfahren mit vertretbarem Aufwand eingesetzt werden konnten. Zur Ueberpruefung der diskriminanten und konvergenten Validitaet wurden Pfadmodelle der computerbasierten Instrumente, Strukturmodelle analytischer und dynamischer Problemloesekompetenzen und Intelligenz bzw. der fachlichen und der Problemloesekompetenzen zusammen mit Intelligenz sowie eine Multidimensionale Skalierung der latenten Korrelation der PISA-Kompetenzen und der Intelligenz erstellt. Sie belegten, dass analytisches und dynamisches Problemloesen empirisch trennbare, aber konvergierende Aspekte einer faecheruebergreifend konzipierten Problemloesekompetenz darstellen, die sich von theoretisch unterschiedlichen Kompetenzen wie allgemeiner Intelligenz im Sinne schlussfolgernden Denkens und speziellen fachlichen Kompetenzen im Bereich des Lesens, der Mathematik und der Naturwissenschaften empirisch gut abgrenzen lassen. Von den sechs im PISA Feldtest eingesetzten Problemloesekompetenz-Aufgaben wurden fuer den Haupttest der PISA-2000-Studie die Projektaufgaben, das Raumfahrtspiel und das Oekologie-Planspiel ausgewaehlt.

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