Angeleitetes Lernen mit Planspielen: Lernerfolg in Abhaengigkeit von Persoenlichkeitseigenschaften sowie Ausmass und Zeitpunkt der Anleitung.

In: Unterrichtswissenschaft, Jg. 17 (1989) ; Nr. 4, S. 342-358
ISSN: 0340-4099
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften
Abstract:
In einer kritischen Auseinandersetzung mit Planspielen, deren zunehmende Verbreitung in der Schule unter dem Etikett "Lernen durch Tun" seit den sechziger Jahren zu verzeichnen ist, wird auf den Planspielbegriff, typische Einsatzbereiche von Planspielen, ihre didaktischen Funktionen und die Evaluation des Lernerfolgs eingegangen. Moeglichkeiten der Computersimulation und Wechselwirkungen zwischen Schuelermerkmalen und Merkmalen der Planspielgestaltung werden aufgezeigt. Es wird ueber ein Lehrexperiment mit 132 Berufsschuelern und Gymnasiasten berichtet, anhand dessen der Zeitpunkt (vor bzw. nach den Planspielentscheidungen) und der Informationsgehalt (dreifach abgestuft) von Lernanleitungen in Abhaengigkeit von Schuelermerkmalen (Vorkenntnissen, Pruefungsangst) beim Lernen mit dem betriebswirtschaftlichen computersimulierten Planspiel "Kuechenfronten-Werk-2" anhand eines 2x3-faktoriellen, kovarianzanalytischen Versuchsplans untersucht wurden. Die Ergebnisse belegen die Wichtigkeit von Lernanleitungen, insbesondere bei Schuelern mit geringen Vorkenntnissen. Sie belegen auch, dass Schueler mit hoher Pruefungsaengstlichkeit in einem normalen Planspiel mit Leistungsrueckmeldungen grosse Probleme haben, die beseitigt werden koennen, wenn sie Handlungsanweisungen vor ihren Entscheidungen anstelle von Leistungsrueckmeldungen nach ihren Entscheidungen erhalten. Implikationen fuer die didaktische Gestaltung von Planspielen, computersimulierten Planspielen und fuer sogenannte "Intelligente Tutorielle Systeme" werden angesprochen.