Borg, Ingwer; Leutner, Detlev:

Dimensional models for the perception of rectangles.

In: Perception & Psychophysics, Jg. 34 (1983) ; Nr. 3, S. 257-267
ISSN: 0031-5117
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften
Abstract:
Autoren wie Krantz und Tversky, Takane sowie Wender scheinen nachzuweisen, dass es unmoeglich ist, Aehnlichkeitsurteile fuer Rechtecke mit einem einfachen Dimensionsmodell aus der Minkowski-Distanzfamilie zu erklaeren, weil die psychologisch naheliegenden Dimensionen nicht unabhaengig voneinander sind, also "interagieren". Aus nicht weiter explizierten Gruenden wurde angenommen, dass diese Dimensionen Flaeche und Form seien, nicht aber Breite und Hoehe. Reanalysen zeigen jedoch, dass die Dimensionen Breite und Hoehe in entsprechender Skalierung die Interaktionseffekte eliminieren. Um diese Ergebnisse empirisch zu ueberpruefen, wurden zwei Mengen von jeweils 16 Rechtecken von je einer Gruppe von 21 Psychologiestudenten beurteilt. Jede Rechteckmenge entsprach einem vollstaendigen 4x4-Entwurf, einmal mit den Dimensionen Breite und Hoehe, einmal mit Flaeche und Form. Um die Reliabilitaet der Beurteilungen pruefen zu koennen, wurden die Versuchspersonen zweimal gebeten, die Unaehnlichkeiten aller moeglichen Rechteckpaare ihres jeweiligen Stimulussets einzuschaetzen. Alle Beurteilungen erwiesen sich als reliabel. Bis auf jeweils eine Versuchsperson in jeder Gruppe waren sich die MDS-(multidimensionale Skalierungs-)Loesungen der uebrigen Versuchspersonen sehr aehnlich. Sie entsprachen darueber hinaus recht genau den Vorhersagen, das heisst, sie konnten durch logarithmische Reskalierungen der Entwurfskonfigurationen entlang der Breite- und Hoehe-Dimensionen weitgehend erklaert werden. Die jeweils abweichenden Versuchspersonen zeigten sich als Extremfaelle dieses Modells. Es traten keine Interaktionen auf, aber einige Hinweise fuer kompliziertere Verarbeitungsregeln als die Minkowski-Formel konnten beobachtet werden.

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