Leutner, Detlev; Klieme, Eckhard:

Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen. Beschreibung eines neu eingerichteten Schwerpunktprogramms der DFG.

In: Zeitschrift fuer Pädagogik, Jg. 52 (2006) ; Nr. 6, S. 876-903
ISSN: 0044-3247
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften
Abstract:
Ein neu eingerichtetes Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird beschrieben. Das Programm soll kognitiv orientierte Experten auf den Gebieten einzelner bereichsspezifischer Kompetenzen mit Experten auf dem Gebiet des Messens und Testens zusammenfuehren. Das Ziel ist die Entwicklung und empirische Pruefung von Kompetenzmodellen, anhand derer sich Messinstrumente auf der Ebene der Foerderung individueller Lernprozesse (im Sinne einer individuellen Kompetenzdiagnostik) und auf der Ebene des Monitoring von Bildungsinstitutionen und Bildungssystemen konstruieren lassen. Nach Anmerkungen zu zentralen Begriffen im Kontext des Schwerpunktprogramms (Kompetenz, Domaene, Diagnostik und Assessment, Evaluation) werden unter Bezug auf den aktuellen Forschungsstand die vier Arbeitsbereiche des Programms erlaeutert. Die leitenden Fragen in den jeweiligen Arbeitsbereichen lauten: (1) Wie lassen sich Kompetenzen unter Beruecksichtigung ihres Bezugs auf Anforderungen in spezifischen Situationen angemessen kognitiv modellieren? (2) Wie lassen sich theoretische Kompetenzmodelle in psychometrischen Modellen abbilden, um die Kompetenzkonstrukte einer differenziellen Erfassung zugaenglich zu machen? (3) Wie lassen sich Kompetenzmodelle und darauf basierende psychometrische Modelle in konkrete empirische Messverfahren uebertragen? (4) Welche Arten von Informationen aus Kompetenzmessungen koennen von Akteuren im Bildungswesen auf welche Weise genutzt werden? Weitere Ausfuehrungen beziehen sich auf bereits geleistete Vorarbeiten, zu erwartende Teilnehmer und Projekte, die Programmgestaltung (interdisziplinaere Kooperation, internationale Vernetzung und Sichtbarkeit, Einbindung und Foerderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Abgrenzung zu anderen Foerderaktivitaeten und Forschungsverbuenden) sowie Antragszeitraum, geplante Foerderperioden und den Mittelbedarf.

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