Praediktoren gezuegelten Essverhaltens bei Jugendlichen.

In: Zeitschrift fuer Medizinische Psychologie, Jg. 7 (1998) ; Nr. 4, S. 158-162
ISSN: 0940-5569
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Abstract:
Gezuegeltes Essverhalten, definiert als die Ausuebung kognitiver Kontrolle beim Essen mit dem Ziel, Kalorien einzusparen, ist im Jugendalter, insbesondere bei Maedchen, weit verbreitet und wird allgemein als wichtiger Faktor bei der Entwicklung von Essstoerungen betrachtet. Ausgehend von der Hypothese, dass die Unzufriedenheit mit dem figuerlichen Erscheinungsbild nicht ausreicht, um gezuegeltes Essverhalten bei Jugendlichen zu erklaeren, wurde der diesbezuegliche Einfluss der Koerpererfahrung und der psychischen Befindlichkeit bei 326 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren untersucht. Daten wurden mit Hilfe von Frageboegen erhoben. Den Annahmen entsprechend liessen sich neben der Unzufriedenheit mit der Figur weitere Merkmale der adoleszenten Koerpererfahrung, etwa Koerperentfremdung, als Praediktoren gezuegelten Essverhaltens feststellen. Dies laesst vermuten, dass gezuegeltem Essverhalten auch die Funktion der Erreichung von Koerperkontrolle im Kontext pubertaerer Koerperveraenderungen zukommt. Allerdings liess sich anhand der erfassten Merkmale nur ein geringer Varianzanteil des gezuegelten Essverhaltens erklaeren, was auf die Notwendigkeit weiterer Analysen - insbesondere vor dem Hintergrund praeventiver Massnahmen - verweist.

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