Koerperbild-Struktur bei chronisch kranken Jugendlichen.

In: Zeitschrift fuer Gesundheitspsychologie, Jg. 8 (2000) ; Nr. 1, S. 8-17
ISSN: 0943-8149
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Abstract:
Es wurde untersucht, wie sich die Koerpererfahrung Jugendlicher beschreiben laesst, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Hierzu wurden 12- bis 16-jaehrige Jugendliche mit Asthma bronchiale (62) und Diabetes mellitus (66) anhand eines Fragebogens zu unterschiedlichen Aspekten der Koerpererfahrung sowie mit einem Fragebogen zur Erfassung der psychischen Symptombelastung untersucht. Clusteranalytische Auswertungen wiesen dabei auf drei stabile "Koerperbild-Typen" (Koerper-uninteressierte, Koerper-unintegrierte und Koerper-aktive, -selbstbewusste Jugendliche) hin, die in einer frueheren Untersuchung bereits bei koerperlich gesunden Jugendlichen ermittelt wurden. Demnach laesst sich nicht, wie zunaechst angenommen wurde, von einem negativeren Koerperbild bei chronisch kranken im Vergleich zu gesunden Jugendlichen ausgehen. Ferner zeigte sich - ebenfalls wie bei den gesunden Jugendlichen -, dass die Gruppe der Koerper-unintegrierten Jugendlichen eine vergleichsweise hohe psychopathologische Symptombelastung aufwies. Dabei liessen sich keine Unterschiede zwischen den Clustergruppen bezueglich der Krankheitsform feststellen. Im Unterschied zu den gesunden Jugendlichen in einer 1999 von Roth vorgelegten fanden sich allerdings bei den chronisch kranken Jugendlichen in dieser Untersuchung keine Geschlechtsunterschiede zwischen den unterschiedlichen Koerperbild-Typen. Offensichtlich nivelliert der Faktor Krankheit diesbezuegliche Geschlechtsunterschiede.

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