Die Beziehung zwischen Koerperbild-Struktur und psychischen Stoerungen bei Jugendlichen - eine entwicklungspsychopathologische Perspektive.

In: Zeitschrift fuer Klinische Psychologie, Jg. 28 (1999) ; Nr. 2, S. 121-129
ISSN: 0084-5345
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Abstract:
Ausgehend von entwicklungspsychopathologischen Ueberlegungen wird untersucht, inwieweit sich Jugendliche aufgrund der Auspraegung in einzelnen Bereichen des Koerperbildes in homogene Subgruppen ("Koerperbild-Typen") einteilen lassen und welche Unterschiede sich bezueglich der psychopathologischen Symptombelastung zwischen den ermittelten Typen zeigen. Hierzu wurden 352 Jugendliche im Alter zwischen zwoelf und 16 Jahren mit einem Fragebogen zu unterschiedlichen Aspekten der Koerpererfahrung sowie mit einem Fragebogen zur psychischen Symptombelastung untersucht. Clusteranalytische Auswertungen wiesen dabei auf drei stabile "Koerperbild-Typen": Es liessen sich Koerper-uninteressierte, Koerper-unintegrierte und Koerper-aktive, -selbstbewusste Jugendliche voneinander abgrenzen. Bezueglich der Praesenz psychopathologischer Symptome erwies sich die Gruppe der Koerper-unintegrierten Jugendlichen als am deutlichsten belastet, was sowohl auf globaler Ebene (allgemeine psychische Symptombelastung) als auch auf der Ebene einzelner Syndrome (etwa Depressivitaet, Angst, Aufmerksamkeitsstoerung) nachgewiesen wurde. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der adoleszenten Identitaetsfindung diskutiert.

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