Trepte, Sabine; Krämer, Nicole:

Expanding social identity theory for research in media effects: Two international studies and a theoretical model. (Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie ; 78)

Hamburg: Universität Hamburg (2007)
Buch / Monographie / Fach: Psychologie
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Abstract:
Im vorliegenden Beitrag werden die Theorie der sozialen Identitaet (Tajfel, 1979) und die Theorie der sozialen Kategorisierung (Turner, Brown & Tajfel, 1979) als theoretische Grundlage zur Erklaerung der Medienselektion vorgeschlagen. In zwei Quasi-Experimenten wurde untersucht, ob die Geschlechtszugehoerigkeit einen Einfluss hat, ob Probanden lieber unterhaltende TV-Serien mit Protagonisten des eigenen Geschlechts oder des anderen Geschlechts sehen. Des Weiteren wurde untersucht, ob die nationale Identitaet beeinflusst, ob Probanden lieber unterhaltende TV-Serien sehen, die im Heimatland oder im Ausland produziert wurden. Die erste Studie wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland durchgefuehrt (N = 419), die zweite Studien im Vereinigten Koenigreich und Deutschland (N = 154). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Probanden Serien mit Protagonisten des eigenen Geschlechts bevorzugen. Die nationale Identitaet hatte jedoch nicht den erwarteten Effekt. Die Probanden aller drei Laender bewerteten auslaendische Produktionen besser als die Serien aus ihrem Heimatland. In der Diskussion und als Ergebnis der zwei Studien wird ein Zweiprozess-Modell der Medienselektion vorgeschlagen, das einerseits Prozesse der sozialen Identitaet und andererseits Prozesse der Aehnlichkeit als Ursachen der Medienselektion definiert.