Verbesserung von Angst und Depression bei Brustkrebspatientinnen waehrend stationaerer onkologischer Rehabilitation - Ergebnisse einer prospektiven Studie.

In: Die Rehabilitation, Jg. 45 (2006) ; Nr. 2, S. 88-94
ISSN: 0034-3536
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Abstract:
Untersucht wurde der Einfluss einer stationaeren onkologischen Rehabilitation auf Angst und Depression bei Brustkrebspatientinnen. Bei 198 Brustkrebspatientinnen im Alter von 25 bis 75 Jahren wurde zu Beginn und am Ende der Rehabilitationsmassnahme eine Befragung mit der "Hospital Anxiety and Depression Scale" (HADS), deutsche Version, durchgefuehrt. Analysiert wurden die Haeufigkeit von Angst und Depression. Fuer die Auswertung wurden Anteile und die zugehoerigen 95 Prozent-Konfidenzintervalle berechnet. Der Vorher-Nachher-Vergleich der HADS-Werte erfolgte mithilfe des verbundenen Rangsummentests zum zweiseitigen Signifikanzniveau von alpha=5 Prozent. Zusaetzlich wurden Effektstaerken berechnet. Eventuelle Zusammenhaenge der Ausgangswerte vor Reha mit dem Alter der Patientinnen bzw. dem Zeitintervall seit Diagnose wurden durch die Berechnung von Korrelationskoeffizienten geprueft. Bei 23,2$ Prozent der Frauen war zu Beginn der Rehabilitation eine Angststoerung wahrscheinlich, bei 9,1$ Prozent eine Depression. Das heisst, sie erreichten auf der jeweiligen Skala einen Wert von groesser 11. Ein Zusammenhang mit dem Alter oder dem Zeitintervall seit Diagnose bestand nicht. Am Ende der Rehabilitation hatten 67,5$ Prozent der Patientinnen bezueglich Angst eine Verbesserung erfahren und bezueglich Depression 60,9$ Prozent. Auch nach Ende der Akuttherapie sind Angststoerungen und depressive Stoerungen bei Brustkrebspatientinnen unabhaengig vom Alter der Betroffenen und dem Zeitintervall seit Diagnose in einem hohen Prozentsatz noch vorhanden. Diese koennen jedoch im Rahmen einer stationaeren Rehabilitation mit den derzeit ueblichen psychoonkologischen Therapiemassnahmen sehr erfolgreich verbessert werden. Inwieweit dieser Therapieerfolg auch langfristig anhaelt, wird derzeit in einer randomisierten, prospektiven Studie untersucht.