Schmerz-Dysfunktions-Syndrome, eine interdisziplinaere Aufgabenstellung.

In: Beitraege zur Theorie und Praxis der Medizinischen Psychologie fuer Stomatologen. (Wissenschaftliche Beiträge der Karl-Marx-Universität Leipzig : Reihe Psychologie) / Reschke, Konrad; Makuch, Almut; Schröder, Harry (Hrsg.)
Leipzig: Karl-Marx-Univ. (1988)
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Psychologie
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Abstract:
In einer theoretischen Abhandlung erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit eines mehrdimensionalen Diagnose- und Therapiekonzeptes bei funktionellen Stoerungen des stomatognathen Systems, speziell des Kiefergelenk-Dysfunktions-Syndroms. Kennzeichnend fuer dieses Krankheitsbild ist eine Kiefer- und Gesichtsschmerzen verursachende Dauerfehlspannung der Kau- und Gesichtsmuskulatur, haeufig verbunden mit Gelenkgeraeuschen und Funktionseinschraenkungen. Im Gegensatz zu frueheren, rein mechanistischen und funktionellen Betrachtungsweisen des Krankheitsbildes hat sich in den letzten Jahren zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass psychische und soziale Faktoren als ausschlaggebende Ursachen in Frage kommen. Berichtet wird ueber einen erfolgversprechenden Ansatz durch von Uexkuell und Wesiack, in dem der Patient Einsicht in die Parallele zwischen Symptomatik und Lebenssituation erhaelt. Ueber die therapeutische Gruppe sollen hier die Patienten zur persoenlichkeitszentrierten Psychotherapie und zum Autogenen Training motiviert werden, wenn eine psychische Fehlentwicklung dieses erfordert. Die eigenen Empfehlungen zielen auf ein therapeutisches Vorgehen, bei dem nicht nur die Linderung und Beseitigung der Schmerzen im Vordergrund steht, sondern das Erkennen und Bewaeltigen der psychischen Ursachen der Erkrankung. Voraussetzung fuer den Therapieerfolg sei auch, dass der Patient fuer Diagnose und Therapie Mitverantwortung uebernehme.