Augenbewegungen von Kindern mit unterschiedlich diagnostizierten Hirnfunktionsstoerungen.

In: Zeitschrift fuer Kinder- und Jugendpsychiatrie., Jg. 15 (1987) ; Nr. 4, S. 342-354
ISSN: 0301-6811
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie
Abstract:
Die sakkadischen Augenbewegungen von 31 Kindern mit einer zerebralen Dysfunktion auf den Ebenen Neurophysiologie, Neuropsychologie und Teilleistungsschwaeche, 20 leistungsschwachen Kindern ohne zerebrale Dysfunktion und 28 unauffaelligen Kindern des dritten Schuljahres werden beim Verfolgen eines springenden Lichtpunktes analysiert. Die Auswertung erfolgte nach Leistungs- und Aktivierungsverlauf ueber der zunehmenden Reizsprungfrequenz anhand elektrookulographischer Ableitungen. Alle Untergruppen mit zerebraler Dysfunktion zeigten einen regulaeren Aufbau einer antizipatorischen Antworttendenz, die Neurophysiologie- und die teilleistungsschwache Gruppe blieben dann jedoch deutlich unter dem Leistungsniveau der anderen Gruppen. Ein kompensatorischer Aktivierungsanstieg in der Sakkadengeschwindigkeit war nur bei der teilleistungsschwachen Gruppe beobachtbar. Durch die Ergebnisse wird belegt, dass bei den Kindern der Neurophysiologie- und der Neuropsychologiegruppe keine optimale Anpassung an die Aufgabenschwierigkeit stattfand. Mit Leistungsdefiziten war diese Regulationsstoerung jedoch nur in der Neuropsychologiegruppe verbunden.

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