Sannecke, Carolin:

Effekt von Progestinen auf die Angiogenese und Dezidualisierung ektoper endometrialer Läsionen im humanisierten Endometriose-Mausmodell

Duisburg, Essen (2010), 95 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Molekularbiologie (Tumorforschung)
Grümmer, Ruth (Doktorvater, Betreuerin)
Jendrossek, Verena (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2011
Abstract:
Die Endometriose zählt zu den häufigsten benignen gynäkologischen Erkrankungen und ist charakterisiert durch das Vorkommen endometrialen Gewebes außerhalb des Cavum uteri. Die gängigen Hormontherapien führen durch die starke Absenkung der Serum-Östrogenkonzentration jedoch zu einer Vielzahl unerwünschter Nebenwirkungen. Daher stehen Progestine als therapeutische Option zunehmend im Fokus. Die zellbiologischen Mechanismen der Progestinwirkung auf Endometrioseherde sind jedoch noch weitgehend unbekannt. Man geht davon aus, dass vor allem das endometriale Stroma für die Anheftung und Invasion des endometrialen Gewebes in ektopen Lokalisationen verantwortlich ist. Die Erkrankung wird möglicherweise durch eine Proliferation oder Differenzierung der ektopen Endometriumzellen beeinflusst. Die Progestine sind dafür bekannt, dass sie die Proliferation im Endometrium hemmen und zu einer epitheloiden Transformation der Stromazellen zu Deziduazellen führen. Eine essentielle Voraussetzung für die Persistenz des ektopen Gewebes in der Peritonealhöhle ist zudem - wie auch bei malignen Tumoren – die Bildung neuer Blutgefäße. In dieser Studie wurde der Effekt unterschiedlicher Progestine zum einen auf die Angiogenese in den ektopen endometrialen Läsionen, zum anderen auf die Induktion der Dezidualisierung in einem etablierten Endometriose-Nacktmausmodell analysiert.
Die Quantifizierung neugebildeter Blutgefäße im ektopen Endometrium erfolgte nach immunhistochemischer Färbung der Endothelien mittels CD31 Antikörpern, die Quantifizierung der reifen Gefäße nach Färbung mit anti-alphaSMA. Das Ausmaß der Dezidualisierung nach einer kombinierten Behandlung mit Progestinen und cAMP bzw. AktivinA wurde mittels qPCR und Immunhistochemie anhand der Deziduamarker Prolaktin und IGFBP-1 analysiert.