Angewandte Erlebnispaedagogik in Deutschland: Evaluation eines project adventure Programms

In: Erlebnispädagogik in der Schule - Wirkungen und Methoden / van Ackeren, Isabell; Boeger, Annette (Hrsg.)
Berlin [u.a.]: Logos-Verl. (2005), S. 67-90
ISBN: 3-8325-0946-1
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie » Entwicklungspsychologie
Abstract:
Es wird informiert ueber die Evaluation eines erlebnispaedagogischen "project adventure"-Programms. Daten wurden in einem quasi-experimentellen Laengschnittdesign an einer Stichprobe von 122 Schuelerinnen und Schuelern siebter Gesamtschulklassen gewonnen (65 nahmen am Projekt teil, 57 bildeten die Kontrollgruppe). Daten zur psychischen Befindlichkeit, zu Kooperation und Wettbewerb, zum Selbstkonzept und zum subjektiven koerperlichen Beschwerden wurden zu drei Zeitpunkten mit Frageboegen erhoben. Es ergaben sich Hinweise auf eine positive Wirkung des "project adventure". Die Teilnehmer schaetzten sich (im Vergleich zu den Kontrollpersonen) nach erfolgter Intervention als weniger verletzlich und weniger empfindlich ein, sie bewerteten ihre Kontakt- und Umgangsfaehigkeit hoeher, ihre Einschaetzung der eigenen Standfestigkeit anderen gegenueber sowie die Standfestigkeit in sozialen Situationen waren staerker ausgepraegt. Auch hinsichtlich der Symptombelastung waren Effekte festszustellen. Die Kooperationorientierung nahm bei den Teilnehmern zu, bei der Kontrollgruppe nahm hingegen das Wettbewerbsverhalten zu. Insgesamt belegen die Befunde, dass "project adventure" als hilfreiche und wirksame Massnahme zu Abpufferung von Stress und damit zur Verminderung von Problemverhalten im fruehen Jugendalter eingesetzt werden kann.