Brand, Matthias; Fujiwara, Esther; Kalbe, Elke; Kessler, Josef; Markowitsch, Hans J.:
Kognitives Schaetzen bei Alzheimer- und Korsakow-Patienten. Cognitive estimation ability in Alzheimer and Korsakoff patients.
2002
In: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Band 15 (2002), S. 282 - 291
Artikel/Aufsatz in Zeitschrift2002Angewandte Kognitionswissenschaft
Fakultät für Ingenieurwissenschaften » Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Titel:
Kognitives Schaetzen bei Alzheimer- und Korsakow-Patienten. Cognitive estimation ability in Alzheimer and Korsakoff patients.
Autor(in):
Brand, MatthiasLSF; Fujiwara, Esther; Kalbe, Elke; Kessler, Josef; Markowitsch, Hans J.
Erscheinungsjahr
2002

Abstract:

Kognitives Schaetzen ist eine neuropsychologische Funktion, die in vielen Aktivitaeten des Alltags erforderlich ist. In einer empirischen Studie wurden die Leistungen im kognitiven Schaetzen von 50 Alzheimer- und 50 Korsakow-Patienten untersucht und mit denen von 50 gesunden Probanden verglichen. Beide Patientengruppen wiesen deutliche Einbussen im Schaetzen auf und zeigten zum Teil erhebliche Abweichungen von den Nennungen der Kontrollprobanden, wobei die Alzheimer-Patienten staerker beeintraechtigt waren. Auch produzierten beide Patientengruppen Fehler bei der Auswahl der passenden Masseinheit. Zeitschaetzungen waren bei Korsakow-Patienten am deutlichsten gemindert. Die Defizite im Schaetzen kovariierten insbesondere mit dem allgemeinen Wissen sowie mit Arbeitsgedaechtnis- und exekutiven Funktionen. Die Ergebnisse bestaetigen die Annahmen eines Modells zum kognitiven Schaetzen, das fuer die Schaetzleistung Wissen sowie Arbeitsgedaechtnis- und exekutive Funktionen als wichtig erachtet. Demnach koennten die Einbussen der Patienten im Schaetzen durch Defizite im allgemeinen Wissen und eine geminderte Plausibilitaetspruefung bedingt sein.