Steins, Gisela; Albrecht, Mareike; Stolzenburg, Hilke:

Bindung und Essstörungen: Die Bedeutung interner Arbeitsmodelle von Bindung für ein Verständnis von Anorexie und Bulimie

In: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Jg. 31 (2002) ; Nr. 4, S. 266-271
ISSN: 1616-3443, 0084-5345
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie » Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie
Abstract:
Theoretischer Hintergrund: Die vorliegende Untersuchung basiert auf der Annahme, dass die Genese sowohl einer Anorexie als auch einer Bulimie durch ein bestimmtes internes Arbeitsmodell von Bindung begünstigt wird. Fragestellung: Dieses Arbeitsmodell sollte durch einen unsicher-ambivalenten Bindungsstil bei essgestörten Frauen im Vergleich zu einem überwiegend sicheren Bindungsstil bei nicht essgestörten Frauen charakterisiert sein. Methode: Die Annahme wurde überprüft an einer Stichprobe essgestörter Frauen (n = 51) und Frauen ohne Essstörungen (n = 34) unter Verwendung eines Fragebogens zur Erfassung des repräsentierten Bindungsstils und konnte durch die Ergebnisse gestützt werden. Ergebnisse: Unter den Frauen mit den Essstörungen Anorexie und Bulimie befanden sich überzufällig häufig solche mit einem unsicher-ambivalenten Bindungsstil. Schlussfolgerung: Dieser Befund erweitert das Verständnis von Frauen, welche von Essstörungen betroffen sind. Die Untersuchung der Auswirkungen der Bindungsstrategie von essgestörten Frauen auf den therapeutischen Prozess kann hilfreich für die Verbesserung des therapeutischen Zugangs sein.