Untersuchungen zur Deskription von Desorganisation: Was verbirgt sich hinter dem Phänomen Messie? Study on the description of disorganization problem: What underlies the phenomenon of messiness?

In: Zeitschrift für Klinische Psychologie, Psychatrie und Psychotherapie, Jg. 48 (2000) ; Nr. 3, S. 266-279
ISSN: 0723-6557
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Psychologie
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Psychologie » Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie
Abstract:
Studied factors associated with messiness as a disorganization problem in 40 male and female adults (aged 23-60 yrs (Study 1) and 30 male and female adults (aged 28-76 yrs) (study 2) in Germany. Study 1 evaluated the relation of messiness to childhood experiences, specific thoughts and behaviors, and other emotional problems and Study 2 evaluated the relation of messiness and psychological symptoms. A Tendency toward Hoarding and Collecting Questionnaire (G. Steins, 2000) and an Experiences with Order and Disorder Questionnaire (G. Steins, 2000) were used. The results were used to construct a messiness model. The results indicate that messiness is associated with depression, eating disorders, and subjective experiences. Suggestions for further research are discussed.

	In zwei Studien wurde die Desorganisationsproblematik, von Betroffenen als Messie-Sein bezeichnet, untersucht. Messie-Sein bedeutet unter massiven Problemen mit der Organisation von Raum und Zeit zu leiden. Die erste Studie untersuchte bei 142 Betroffenen die Zusammenhaenge zwischen Problemen, die mit einer Desorganisationsproblematik assoziiert sind, und Variablen wie Kindheitserfahrungen, bestimmten Gedanken und Verhaltensweisen (etwa zwanghafte Tendenz zu Horten und Sammeln, subjektives Erleben von Ordnung und Unordnung) sowie anderen psychischen Problemen. Eine pfadanalytische Betrachtungsweise zeigte, dass insbesondere dem subjektiven Erleben, also bestimmten Gedanken und damit zusammenhaengenden Gefuehlen, eine entscheidende Bedeutung fuer die charakteristischen Verhaltensweisen und dem damit zusammenhaengenden Leidensdruck zukommt. In einer zweiten Untersuchung wurde bei 30 Teilnehmern von Selbsthilfegruppen der Messies ueberprueft, ob diese tatsaechlich (1) hoehere Depressionswerte (Beck-Depressions-Inventar) und (2) eine Problematik im Bereich der Essstoerungen aufweisen. Diese beiden Hinweise aus der ersten Untersuchung konnten bestaetigt werden. Die hier berichtete Befundlage stellt insbesondere eine Grundlage zur Generierung weiterer Hypothesen dar.