Größe und Ausrichtung der Disziplin Wirtschaftsinformatik an Universitäten im deutschsprachigen Raum: Aktueller Status und Entwicklung seit 1992

Essen: Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik (ICB), Universität Duisburg-Essen (2008) (ICB research report ; 27), 67 S.
Buch / Monographie / Fach: Wirtschaftswissenschaften
Abstract:
Die wissenschaftliche Disziplin Wirtschaftsinformatik (WI) befindet
	sich in einem Ver-änderungsprozess, welcher sowohl durch technologischen
	Fortschritt in der Praxis als auch durch die Entwicklung ihrer Nachbardisziplinen
	Betriebswirtschaftslehre und Informatik beeinflusst wird. Zudem muss
	die Wirtschaftsinformatik die Vorgaben des Bologna-Prozesses umsetzen
	und in geeigneter Weise mit dem zunehmenden Druck zur Inter-nationalisierung
	in Forschung und Lehre umgehen. Vor diesem Hintergrund widmet sich
	der vorliegende Forschungsbericht der Untersuchung des aktuellen
	Entwicklungsstatus der Disziplin Wirtschaftsinformatik bzgl. der
	Umstellung auf konsekutive Studiengänge, der institutionellen Integration
	der Professuren sowie der Internationalisierung in Forschung und
	Lehre. Schwerpunkt der Analyse sind dabei WI-Professuren und -Studiengänge
	an Uni-versitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine
	2007 durchgeführte Umfrage zur Erhebung der Daten für den neuen Studienführer
	Wirtschaftsinformatik sowie die früheren Studienführer Wirtschaftsinformatik
	dienen als Datengrundlage. Die Analyseergebnisse zeigen u. a., dass
	die WI den Prozess der Umstellung auf konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge
	bereits abgeschlossen hat. Mehr als die Hälfte (ca. 60 %) aller WI-Professuren
	ist schon seit 1992 (Erscheinungsjahr des ersten Studienführers WI)
	auf Fachbereichsebenen den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
	zugeordnet. Der Anteil der WI-Professuren, die auf dieser Ebene der
	Informatik zugeordnet sind, liegt (immer noch) deutlich unter 10
	%. Neben dieser relativen Kontinuität der institutionellen Einbettung
	gibt es diverse Hinweise auf die zunehmende Etablierung der WI als
	eigenständige wissenschaft-liche Disziplin: Beispielsweise ist der
	Anteil der WI-Professuren, die als „spezielle BWL“ bezeichnet werden,
	seit 1992 um mehr als die Hälfte zurückgegangen (20 % auf 9 %). Zudem
	gibt es heute eine Vielzahl dedizierter WI-Institute: Mehr als 50
	% der WI-Professuren sind heute einem solchen zugeordnet. Der Anteil
	englischsprachiger Bezeichner für Studiengänge als auch Professuren
	ist stark angestiegen, was zumindest vordergründig als ein zu-nehmender
	Trend zur Internationalisierung interpretiert werden kann.

Dieser Eintrag ist freigegeben.