Hansen, Nadine:

Spielend lernen? Lernspiele in divergierendem Fächerkontext der Sekundastufe I und II und ihre Auswirkungen auf Lernerfolg und Motivation bei Kindern und Jugendlichen

Duisburg, Essen (2010), 369 Bl.
Dissertation / Fach: Erziehungswissenschaften
Fakultät für Bildungswissenschaften
Steins, Gisela (Doktorvater, Betreuerin)
Limbourg, Maria (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2010
Abstract:
Die Dissertation „Spielend lernen?“ beschäftigt sich mit einer methodisch-didaktischen Vergleichsstudie zu den Unterrichtsmethoden Lernspiel und fragend-entwickelndem Unterricht im Hinblick auf die Parameter Lernerfolg, Motivation und veränderte Spieleinstellungen durch die Schullaufbahn. Ziel der Studie war es, die Einsatzmöglichkeiten und die Effizienz des Unterrichtskonzepts Lernspiel, stellvertretend für eine Vielzahl alternativer Unterrichtsmethoden, mit dem altbewährten fragend-entwickelnden Unterricht zu vergleichen. An der Studie nahmen 382 Gymnasialschüler/innen der Jahrgangsstufen sechs, acht, elf und dreizehn in den Unterrichtsfächern Biologie, Pädagogik und Deutsch teil. Beide Methodenkonzepte wurden aufbereitet und in Unterrichtseinheiten der Sekundarstufen auf ihre jeweiligen Effekte hin verglichen. Mittels Kontrollgruppendesign, Leistungstests und eines Schülerfragebogens wurden die Ergebnisse zum Einfluss von Lernspielen auf die Konstrukte gewonnen. Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand vereint das Lernspiel überdurchschnittlich viele lern-, sozial- und motivationsfördernde Elemente, was sich in einer Effektsteigerung in den Konstruktbereichen auswirken könnte. Entgegen der Erwartungen schnitten Lernspiel und fragend-entwickelnder Unterricht im Hinblick auf den Lernerfolg gleich stark ab. Auf motivationaler Ebene setzte sich das Lernspiel hingegen deutlich ab. Sozialisationsbedingte Zuschreibungsprozesse beeinflussten die Einschätzungen der Schüler/innen im Hinblick auf einem effektiven Lernspieleinsatz durch die Schullaufbahn. Zusätzlich zeigte sich ein hoher Grad an Lernpassivität auf Seiten der Schüler/innen, eine Stigmatisierung des Lernens und des Spielens, erlernte Hilflosigkeit gegenüber unbekannten Unterrichtsmethoden und der deutliche Wunsch nach einer Lehrerpersönlichkeit mit methodischem Rückgrat. Diese Aspekte wurden in der vorliegenden Arbeit vertiefend diskutiert.

Dieser Eintrag ist freigegeben.