Heumüller, Sebastian:

Neurolgische Komplexnenbehandlung : Auswirkung auf Versorungsqualität und Kosten der gesetzlichen Krankensicherungen

Duisburg, Essen (2010)
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Jöckel, Karl-Heinz (Doktorvater, Betreuerin)
Stausberg, Jürgen (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2010
Abstract:
Hintergrund.
Zweck dieser Studie war ein Vergleich der Standardbehandlung eines Schlaganfalls mit der im Operationen- und Prozedurenschlüssel in Deutschland vorgesehen neurologischen Komplexbehandlung.

Patienten und Methoden.
Es wurden 3827 Patienten aus 2005 mit 4315 Patienten aus dem Jahr 2007 hinsichtlich der Sterblichkeit im Krankenhaus sowie der Langzeitsterblichkeit nach 30-, 90- und 360-Tagen verglichen. Weiterhin wurden die veränderten Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen in Relation zu den Ergebnissen der Differenzen bei den Sterblichkeitsraten gesetzt. Das Jahr 2005 wurde als Proxy für die Standardbehandlung; das Jahr 2007 als Proxy für die neurologische Komplexbehandlung gesetzt.

Ergebnisse.
Es traten signifikante Unterschiede bei der 1-Jahres Sterblichkeit in Form einer Reduktion in Höhe von 3,11 Prozentpunkten auf (p<0,0373). Bei den anderen Endpunkten ergaben sich keine statistisch signifikanten Abweichungen. Die Kosten der gesetzlichen Krankenkasse erhöhten sich pro Fall um durchschnittlich 0,4809 Bewertungsrelationen. Dies bedeutet für die gesetzlichen Krankenkassen Kosten in Höhe von 45783 EUR pro zusätzlich nach einem Jahr lebenden Patienten.

Schlussfolgerung.
Die Einführung der neurologischen Komplexbehandlung steht in keinem kausalen Zusammenhang zur Veränderung der Sterblichkeit. Es sind von den Krankenkassen erhebliche Mehrkosten aufzubringen, die sich im internationalen Rahmen bewegen.