Vollrath, Clemens:

Dysinhibition im sensorischen System bei Patienten mit zervikaler Dystonie

Duisburg, Essen (2010), 61 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Neurologie
Gizewski, Elke (Doktorvater, Betreuerin)
Maschke, Matthias; Hilker, R. (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2010
Abstract:
Die Bedeutung des sensorischen Systems in der Pathophysiologie der zervikalen Dystonie wurde bereits seit Beschreibung der „sensory tricks“ (‚geste antagonistique’) mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht. In der letzten Zeit wurde das Ausmaß des Einflusses des sensorischen Systems für die Entwicklung und Ausprägung der dystonen Symptome zunehmend diskutiert. Wir konnten eine ungenügende Hemmung des sensorischen Systems bei zervikaler Dystonie mittels fMRT demonstrieren. Dies entspricht früheren elektrophysiologischen Ergebnissen. Die Beobachtung der sensorischen Dysinhibition spiegelt sehr wahrscheinlich eine generelle Dysinhibition des somatosensorischen Systems bei zervikaler Dystonie wieder und zeigt, dass diese weder auf das motorische System noch auf die direkten neuronalen Repräsentation der von der Dystonie betroffenen Muskeln beschränkt ist. Der SMA unterstützt die neuronale Überaktivität bei fehlender oder unzureichender Rückmeldung der durch BoTN-A gelähmten Muskeln, während er eine verminderte Aktivität bei besonders schwer betroffenen Patienten (z.B. bei hohem TWSTRS-Wert) zeigt, bei welchen ein besonders hoher Muskeltonus anzunehmen ist.