Haag, Maren:

Charakterisierung von Dragees, Tabletten, Wafern sowir transdermalen therapeutischen Systemen mittels Nahinfrarot - und Ramanspektroskopie

Duisburg, Essen (2009), III, 269 S.
Dissertation / Fach: Chemie
Fakultät für Chemie » Analytische Chemie
Molt, Karl (Doktorvater, Betreuerin)
Mayer, Christian (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2010
Abstract:
In dieser Arbeit werden zwei spektroskopische Techniken, die Nahinfrarot- (NIR-) und die Ramanspektroskopie, für fünf verschiedene Anwendungen vergleichend untersucht. Dazu kommen Applikationen zur Anwendung, bei denen verschiedene pharmazeutische Präparate sowohl hinsichtlich qualitativer als auch quantitativer Aspekte analysiert werden. Die beiden schnellen, zerstörungsfreien und dadurch kosteneffizienten spektroskopischen Methoden unterliegen dabei einer Gegenüberstellung mit den verhältnismäßig zeitaufwendigen, kostenintensiven und destruktiven chromatographischen Verfahren. Die Untersuchungen behandeln zunächst die Identitätsbestimmung weißer Dragees. Anhand von Produkten verschiedener Hersteller bzw. verschiedener Produktionsstandorte wird die Praktikabilität der beiden spektroskopischen Methoden gegenübergestellt. Bei der zweiten Anwendung, für die die NIR- und Ramanspektroskopie als zu vergleichende Methoden zum Einsatz kommen, handelt es sich um die Quantifizierung des Wirkstoffgehaltes in pharmazeutischen Wafern. In diesem Zusammenhang wird auch die Übertragung der Ergebnisse auf Marktpräparate überprüft. Ein dritter Anwendungsbereich befasst sich mit der Fragestellung, in wie weit die NIR- und Ramanspektroskopie in der Lage sind, den Nikotingehalt in transdermalen therapeutischen Systemen zu bestimmen. Auch hier wird die Übertragbarkeit der Untersuchungsmethoden und der Ergebnisse auf Marktpräparate beleuchtet. In einer weiteren Anwendung werden NIR- und Ramanspektroskopie als mögliche Techniken zur Gehaltsbestimmung des Wirkstoffs in Glucobay® -Tabletten geprüft. Dazu wird ein alternatives Vorgehen basierend auf der Vermessung von Mischungsreihen mit entsprechenden Hilfs- und Wirkstoffen gewählt. Die fünfte Anwendung umfasst abschließend die Untersuchung von Arzneimittelfälschungen mittels NIR- und Ramantechnik mit dem Ziel der schnellen und zerstörungsfreien Unterscheidung gefälschter Arzneimittel von Originalpräparaten. In diesem Zusammenhang erfolgt ein Vergleich der Leistungsfähigkeit zwischen tragbaren NIR- und Ramangeräten einerseits und Laborgeräten andererseits. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse läßt sich feststellen, dass sowohl die NIR- als auch die Ramanspektroskopie für eine Vielzahl der untersuchten Anwendungen geeignet ist, insbesondere auch für solche, bei denen diese beiden Techniken bisher nur im geringen Umfang oder noch gar nicht eingesetzt wurden. Die beiden Techniken können somit als effiziente Alternativen zu etablierten Analysemethoden in Betracht gezogen werden.

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