Hartmann, Birgit:

Modelle des gelungenen Lebens im Alter

Duisburg, Essen (2008), 351 S.
Dissertation / Fach: Philosophie; Psychologie
Fakultät für Geisteswissenschaften » Institut für Philosophie
Spitzley, Thomas (Doktorvater, Betreuerin)
Kliemt, Hartmut (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2008
Abstract:
Abstract: „Jeder will alt werden, doch keiner will alt sein“ – dies ist eine Feststellung, die gerade im Zusammenhang mit dem vielbeschworenen „demographischen Wandel“ zunehmend an Aktualität zu gewinnen scheint. Alter wird in diesem Zusammenhang vornehmlich als gesellschaftliches Problem gesehen, und Schlagworte wie „vergreisende Gesellschaft“, „Zusammenbruch des Rentensystems“, „zunehmende Altersarmut“ etc. werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder angeführt. Doch auch von der Binnenperspektive des betroffenen Individuums aus scheinen Begriffe wie „Autonomieverlust“, „Notwendigkeit materieller Einschränkungen“ oder „geistiger und körperlicher Verfall“ als Synonyme für das Leben im Alter zu stehen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es sich bei der angesprochenen Problematik tatsächlich – wie es den Anschein hat – um ein spezifisches Problem unserer Zeit handelt. Am Anfang der Arbeit steht daher zunächst eine Auseinandersetzung mit historischen Bildern und Einstellungen zum Alter. Doch wie genau könnte ein Leben im Alter aussehen, dass als „gelungen“ bezeichnet werden kann? Hierüber macht man sich oft keine genauen oder realistischen Vorstellungen; ein konkretes, von der aktuellen Lebenssituation abgeleitetes Bild eines „guten Lebens im Alter“ haben viele Menschen in jüngeren Jahren nicht. Die Philosophie hat sich über Jahrtausende hinweg mit der Frage nach „dem guten Leben“ beschäftigt, und in den letzten Jahren erlebt sie sogar eine Renaissance. Doch gibt es auch Theorien über das gute Leben im Alter? Dieser Lebensphase wird bislang von philosophischer Seite keine besondere Beachtung geschenkt. Die Arbeit entwickelt auf der Grundlage der jeweiligen Theorien eines gelungenen Lebens wichtiger Philosophen bzw. philosophischer Richtungen (Platon, Aristoteles, Epikur, Kant sowie des Utilitarismus) abgeleitete spezifische Theorien eines gelungenen Lebens im Alter und stellt sie einander im Anschluss gegenüber. Um die gewonnenen Erkenntnisse auf unsere heutige Lebenssituation zu beziehen, werden für die Philosophen wichtige Kategorien unter dem Licht diesbezüglicher wissenschaftlicher Erkenntnisse unterschiedlicher Disziplinen beleuchtet. Anschließend erfolgt ein Abgleich mit Alltagsintuitionen und –überzeugungen. Auf dieser Grundlage lassen sich „Schlüsse“ bezüglich der möglichen Brauchbarkeit und Relevanz philosophischer Theorien eines gelungenen Lebens im Hinblick auf die Frage gelungenen Lebens im Alter aus heutiger Sicht ziehen, denen wiederum eine moderne philosophische Position (Martha C. Nussbaum) gegenübergestellt wir

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