Pneumadramatik : Entwurf ein Dramatischen Theologie des Geistes

Duisburg, Essen (2009), 215 S.
Dissertation / Fach: Theologie
Fakultät für Geisteswissenschaften » Institut für Katholische Theologie
Miggelbrink, Ralf (Doktorvater, Betreuerin)
Ebert, Klaus (GutachterIn)
Duisburg, Essen, Univ., Diss., 2009
Abstract:
In der hier vorliegenden Arbeit werden verschiedene Herangehensweisen an das Thema ‚Geist’ vorgestellt und in zahlreichen, einzelnen Bereichen erprobt. Dazu gehören die Untersuchungen der Konzilstexte, verschiedener Richtungen der Theologie und des christlichen Umfeldes und auch exemplarischer Pneumatologien. Bei den einführenden Betrachtungen hatte sich gezeigt, dass es in der Vergangenheit zahlreiche, vielgestaltige und zum Teil auch widersprüchliche Ansätze zur Pneumatologie gab. Bisherige Pneumatologien waren häufig in sich konsistent, dabei nicht selten auf Kosten einer gewissen Einseitigkeit. Dies wird herausgearbeitet und kann bestätigt werden.
Nach intensiven Untersuchungen biblischer Texte wird das Konzept der ‚5-Akte’ von Raymund Schwager und dessen Modifizierung als biblisch nachzeichenbares Denken über den Geist herauskristallisiert. Dieses Konzept wurde zu einem 4-phasigen Schema der Pneumadramatik modifiziert und kann so auf den gesamten biblischen Korpus hin zur Anwendung kommen.
Das Modell einer Pneumadramatik versucht einerseits das Wirken Gottes in der Welt zu beschreiben und andererseits unter Berücksichtigung des Geistes, für diese Beschreibungen haltbare und verantwortliche Kategorien aufzuzeigen, die auch für heutige Situationen Bedeutung besitzen.
Die Theologische Relevanz des 4-phasigen Modells der Pneumadramatik ist die Einbindung des Geistes in den Heilsplan Gottes zu allen Zeiten. Die Pneumadramatik bricht das ‚Schweigen‘ über den Geist und ermöglicht es, den Geist in seiner zentralen Rolle auch heute wahrzunehmen. Der Geist verliert dabei seine Anonymität und Unbegreiflichkeit, tritt aus der Geistvergessenheit heraus und erhält eine Rolle im dramatischen Geschehen Gottes mit den Menschen.

Die hier vorliegende Arbeit ‚Pneumadramatik – Entwurf einer Dramatischen Theologie des Geistes’ – zeigt mit der Herangehensweise der Pneumadramatik eine Position auf, die dezidiert nicht einseitig ist, sondern sich vielmehr durch eine intensive Sichtung der biblischen Stellen des Alten und Neuen Testaments auszeichnet, konsequent geleitet durch die Fragestellung ‚quid spiritus‘. Zusätzlich wird in dieser Arbeit ein weiterer Ansatz verfolgt. Es geht dabei nach der Sichtung des biblischen Grundbestands um die schlüssige Interpretation der dramatischen Erzählung. Geist-theologische Inhalte werden dabei integrierend gedeutet als Momente einer zu erzählenden dramatischen Geschichte Gottes mit den Menschen.