Saltuari, Petra:

Kunstheraie in der Schwangerschaft : qualitativ-empirische Untersuchung von kunstherapeutischen Interventionen bei Risikoschwangeren in den Städtischen Kliniken Höchst am Main

Duisburg, Essen (2009), Hauptbd. 296 S., Anhangsbd. 291 S.
Dissertation / Fach: Kunst, Design
Fakultät für Geisteswissenschaften » Institut für Kunst und Kunstwissenschaft
Peez, Georg (Doktorvater, Betreuerin)
Hein, Peter Ulrich (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Die Dissertation untersucht die Wirkungen bildnerisch-ästhetischer Praxis in einer als krisenhaft erlebten Situation im Rahmen von Schwangerschaft mit Komplikationen.
Schwangeren Frauen mit Frühgeburtsbestrebungen werden im Rahmen ihres stationären Aufenthaltes bildnerisch-kunsttherapeutische Angebote gemacht, um deren subjektives Befinden zu verbessern.

Die Untersuchung richtet den Fokus auf drei Bereiche:
1. Welche kunsttherapeutischen Methoden sind innerhalb dieses speziellen Rahmens als sinnvoll und hilfreich zu erachten?
2. Wie wirkt sich die Kunsttherapie auf zwei untersuchte Einzelfälle von schwangeren Frauen mit Frühgeburtsbestrebungen und dadurch evoziertem mehrwöchigen stationären Aufenthalt in der Frauenklinik aus?
3. Welche qualitativ-empirischen Forschungsmethoden sind adäquat für eine solche Untersuchung?

Es zeigte sich, dass zu Beginn eher stabilisierende Methoden hilfreich sind, bis die schwangeren Frauen aus der Gefahr einer sehr frühen Frühgeburt heraus sind. Dann, bei tragender Patientin-Therapeutin-Beziehung, können auch krisenbearbeitende Methoden eingesetzt werden.

Folgende Wirkungen wurden in beiden Einzelfällen festgestellt:
Emotionale Stabilisierung und Entspannung, Entlastung durch bildnerischen Ausdruck und verbale Selbstexploration von Emotionen, Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, Ich-Aktivierung, Ich-Stärkung, Kommunikation durch bildnerischen Ausdruck, Umgang mit Ängsten vor der Geburt, vor einer Frühgeburt, Umgang mit Schuldgefühlen, Klärung von Konflikten und Ambivalenzen durch bildnerischen Ausdruck, Klärung durch Identifikationsprozesse, „Flowerlebnisse“, ästhetische Erfahrung

Bezüglich der Forschungsmethodik zeigte sich, dass durch die angewandte qualitativ empirische Forschung innerlich ablaufende Prozesse erfasst werden konnten, worauf die Forschungsfrage zielte. Beide Fälle wurden singulär fallspezifisch behandelt und interpretiert und erst in einem zweiten Schritt erfolgte der vergleich und verallgemeinernde Aussagen. Die Auswertung des Textmaterials erfolgte durch die phänomenologische Analyse, die Bildanalyse mittels des biographisch-psychologischen Ansatzes.

Dieser Eintrag ist freigegeben.