Stender, Axel:

Schulentwicklungsplanung für berufliche Schulen : Konzeptionelle und empirische Rahmenbedingungen am Beispiel der Region Paderborn

Duisburg, Essen (2009), 409 S.
Dissertation / Fach: Erziehungswissenschaften; Soziologie, Sozialwissenschaften
Fakultät für Bildungswissenschaften » Institut für Berufs- und Weiterbildung (IBW)
Dobischat, Rolf (Doktorvater, Betreuerin)
Habel, Werner (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Das Verfahren der Schulentwicklungsplanung soll für die kommenden Jahre ein bedarfsgerechtes Schulangebot auf kommunaler Ebene sicherstellen. Hierfür wird im Rahmen des Planungsprozesses zum einen die aktuelle Situation der Schule(n) und ihrer Umwelt analysiert (Bestandsaufnahme). In einem zweiten Schritt wird eine in die Zukunft weisende Schülerprognose und, darauf aufbauend, eine Bilanzierung des prognostizierten und des vorhandenen Raumbedarfs vorgenommen. Abschließend werden aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen abgeleitet, die klassischerweise die räumlichen Kapazitäten von Schulen betreffen, aber auch auf die Schulorganisation, wie das Bildungsangebot, einwirken können (Schulentwicklung).

Im Mittelpunkt der Dissertation steht ein Modell zur Schulentwicklungsplanung speziell für berufliche Schulen, denn in Abgrenzung zu allgemeinbildenden Schulen haben berufliche Schulen ein größeres Einzugsgebiet sowie vielfältige Interaktionen und Abhängigkeiten zur regionalen Umwelt. Aus diesem Grund werden umfangreiche Analysemöglichkeiten für die Bestandsaufnahme zu Strukturen und Entwicklungen der Bevölkerung (z. B. Alter, Migranten), allgemeinbildender Schulen (Schüler und Absolventen nach Schulformen/-abschlüssen usw.), des Ausbildungsmarktes (Ausbildungsplatzangebot und -nachfrage etc.) und des Arbeitsmarktes (z. B. Berufs- und Branchenstrukturen, Arbeitslosenquoten) dargestellt. Diese statistischen Befunde werden für eine umfassende Situationsbeschreibung durch qualitative Daten ergänzt, bspw. durch Experteninterviews mit der Schulleitung und weiteren, mit der beruflichen Bildung in der Region vertrauten Akteuren (Kammern, Arbeitsagentur etc.). Weiterhin werden die zur Erstellung von Schulentwicklungsplänen relevanten Methoden für Schülerprognosen und Schulraumbilanzen beschrieben. Zur allgemeinen Beurteilung der Prognosegüte wurden ex post mehrere Schülerprognosen berechnet und mit den zurückliegenden realen Schülerzahlentwicklungen verglichen. Um aus den quantitativen und qualitativen Datenbeständen steuerungsrelevantes Wissen zu generieren, werden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen in dialogischen Verfahren (z. B. Workshops) rückgekoppelt und legitimiert. Die einzelnen Schritte dieses komplexen Planungsprozesses werden in der Arbeit dargestellt und im letzten Kapitel mit dem in den letzen Jahren prosperierenden indikatorengestützten Bildungsmonitoring in Verbindung gebracht.