Korallen-Nachzucht im Aquarium: Chancen für den Arten- und Biotopschutz

In: Biologie in unserer Zeit, Jg. 35 (2005) ; Nr. 3, S. 200-206
ISSN: 0045-205X
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Biologie
ehem. Fakultät für Biologie und Geografie
Abstract:
Fortschritte in der Aquarientechnik (beispielsweise bezüglich der Wasserqualität und Lichtbedingungen) ermöglichen heute die Nachzucht von Korallen fernab von ihrem natürlichen Lebensraum. Im Oceanium Rotterdam wurden Larven der freilaichenden Zweigkoralle Acropora tenuis, die in Japan im Riff aufgefangen wurden, großgezogen; die “brütende”, d.h. fertige Larven abgebende massige Koralle Favia fragum wird bereits in zweiter Generation sexuell vermehrt. Ein spezielles Ansiedlungssubstrat erlaubt die experimentelle Manipulation der Primärpolypen und Jungkolonien, ohne diese zu beschädigen; selbst der Transport in andere Schauaquarien ist gefahrlos möglich. Zoo-Aquarien sehen es zunehmend als ihre Aufgabe, durch ihre Zucht-Erfahrung eine wichtige Funktion für die Erhaltung bedrohter Arten und Lebensräume zu übernehmen, so wie es Zoologische Gärten bereits bei Wirbeltieren tun.