Schönhärl, Korinna:
Wissen und Visionen : Theorie und Politik der Ökonomen im Stefan George-Kreis
Berlin: Akad.-Verl., 2009
(Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel ; 35)
Buch2009Geschichte
Fakultät für Geisteswissenschaften » Historisches Institut
Titel:
Wissen und Visionen : Theorie und Politik der Ökonomen im Stefan George-Kreis
Autor(in):
Schönhärl, KorinnaLSF
Erscheinungsort
Berlin
Verlag
Akad.-Verl.
Erscheinungsjahr
2009
Umfang
461 S.
ISBN:
Signatur der UB
Notiz:
Hochschulschr.: Teilw. zugl.: Frankfurt (Main), Univ., Diss., 2008/09

Abstract:

Der symbolistische Dichter Stefan George sammelte nach der Jahrhundertwende einen Kreis von Dichtern und Intellektuellen um sich, mit denen er arbeitete und lebte, und die er in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit unterstützte. Es überrascht zunächst, dass neben Literaturwissenschaftlern wie Friedrich Gundolf und Historikern wie Ernst Kantorowicz auch einige Wirtschaftswissenschaftler zu diesem „Staat“ gehörten. Denn George, der alle Lebensbereiche dem der Kunst untergeordnet sehen wollte, stand dem modernen Kapitalismus sehr kritisch gegenüber und interessierte sich nicht für ökonomische Fragen. Warum übte der Dichter auf die Ökonomen dennoch eine so große Faszination aus, und wieso empfanden sie das Zusammensein mit ihm als Bereicherung für ihre wissenschaftliche Tätigkeit? Edgar Salin, Julius Landmann, Arthur Salz und Kurt Singer vertraten in praktischen wirtschaftspolitischen Fragen sehr unterschiedliche Standpunkte: hier reichte das Spektrum von gemeinwirtschaftlichen bis hin zu liberalen Positionen. In methodologischer Hinsicht dagegen profitierten sie alle von den gestalttheoretischen Ansätzen des George-Kreises, wie sie z.B. Edith Landmann ausarbeitete. Salin etwa entwickelte auf dieser Basis seine „Anschauliche Theorie“ für die Volkswirtschaftslehre, die in einer Phase der methodologischen Verunsicherung des Faches nach dem Ende der Historischen Schule Orientierung bieten sollte.