Kuhnt, Jan Oliver:

Endovaskuläre Stentgrafftheorie der Typ B Aortendissektion: Determinanten des postinterventionellen Überlebens

Duisburg, Essen (2009), 71 Bl.
Dissertation / Fach: Medizin
Medizinische Fakultät » Universitätsklinikum Essen » Klinik für Kardiologie
Medizinische Fakultät
Holger Eggebrecht (Doktorvater, Betreuerin)
Kamler, Markus (GutachterIn)
Dissertation
Abstract:
Die endovaskuläre Stentgraftimplantation ist eine minimalinvasive Therapieoption für Patienten mit komplizierter Typ B Aortendissektion. Unsere Studie zeigt die Erfahrungen mit dieser Therapie anhand einer retrospektiven Analyse von 38 Patienten.
Wir behandelten insgesamt 38 Patienten (62 ± 10 Jahre, 32 männlich, 95% Hypertoniker) mit akuter (n=10) und chronischer (n=28) Aortendissektion mit einem endovaskulären Stentgraft. Die Stentgraftimplantation war in allen Fällen technisch erfolgreich. Insgesamt starben 4 von 38 Patienten im Krankenhaus (11%), wobei die Mortalitätsrate im Krankenhaus bei Patienten mit akuter Aortendissektion signifikant höher war als bei Patienten mit chronischer Dissektion (40% vs. 0%, p=0,001). Während des Nachbeobachtungszeitraumes von im Median 18 Monaten (1 – 57) starben weitere sechs Patienten. Die kumulativen Überlebensraten lagen bei 97,4 ± 2,6% nach 30 Tagen, 80,4 ± 6,7% nach einem Jahr, 73,2 ± 7,8% nach zwei Jahren und 54,9 ± 16,4% nach vier Jahren. Patienten mit einem schlechten präinterventionellen Zustand (ASA > 3) hatten eine signifikant schlechtere Überlebensrate als Patienten mit moderaten Begleiterkrankungen (ASA ≤ 3) (1-Jahresüberlebensrate 28,6 ± 17,1% gegenüber 92,6 ± 6,7%, p=0,0001). Die Multivariablenanalyse zeigte einen schlechten präinterventionellen Zustand (ASA > 3) und ein fortgeschrittenes Alter als unabhängige und statistisch signifikante Determinanten für die postinterventionelle Mortalität.
Die endovaskuläre Stentgrafttherapie ist eine klinisch erprobte, technisch sicher durchführbare Therapieoption für Patienten mit komplizierter Aortendissektion. Der präinterventionelle klinische Zustand ist die wichtigste Determinante des postinterventionellen Überlebens.

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