Ökonomische Bildung zwischen einzel- und gesamtwirtschaftlicher Rationalität Kompetenzentwicklung und Curriculumkonstruktion unter dem Anspruch des Bildungsprinzips

In: Anforderungen an kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Berufe aus berufspädagogischer und soziologischer Sicht / Brötz, Rainer; Schapfel-Kaiser, Franz (Hrsg.)
1. Aufl. , Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag (2009), S. 45-64
ISBN: 978-3-7639-1133-2
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Erziehungswissenschaften
Abstract:
Bezogen auf die Themenstellung dieses Beitrags wird im ersten Abschnitt auf das Verhältnis von ‚ökonomischer Kompetenzentwicklung‘ und ‚Bildung‘ eingegangen werden. Dies scheint erforderlich zu sein, weil in der derzeitigen kompetenztheoretischen Diskussion der Eindruck entsteht, der Bildungsbegriff sei als Bezugsgröße für (ökonomische) Kompetenzentwicklung entbehrlich geworden. In Abschnitt 2 wird das Strukturgitter für die kaufmännisch-ökonomische Grundbildung vorgestellt. Es steht in der Tradition bildungstheoretischen Denkens, setzt aber Akzente, die über den traditionellen Bildungsbegriff hinausweisen und in der kategorialen Vernetzung von Subjekt- und Systembezug ihren Niederschlag finden. Abschnitt 3 erläutert am Beispiel der Kursentwicklung für die kaufmännisch-ökonomische Grundbildung an beruflichen Schulen, welche Konsequenzen sich dafür aus dem Strukturgitter ziehen lassen. Im letzten Teil 4 werden einige grundlegende Thesen zur Modernisierung der beruflichen Bildung und zu den Grenzen ökonomischer Bildung zur Diskussion gestellt, die es nahelegen, auch frühere Ansätze zur Grundlegung der ökonomischen Bildung in die aktuelle Diskussion einzubeziehen, insbesondere soweit sie die sozialethische Dimension der menschlichen Gesamtpraxis betreffen. Zentrale Zielsetzung der ökonomischen Bildung sowohl an allgemein bildenden als auch an berufsbildenden Schulen sollte nach Auffassung des Autors die Entwicklung und Förderung jener Fähigkeiten sein, die erforderlich sind, um (1.) wirtschaftliche Sachverhalte problemorientiert verstehen, (2.) rationale Entscheidungen in Bezug auf wirtschaftlich relevante Sachverhalte selbständig planen, umsetzen und  kontrollieren sowie (3.) die Bedingungen und Folgen wirtschaftlicher Entscheidungen und Handlungen im Kontext politischer und ethischer Problemstellungen kritisch und differenziert beurteilen zu können.