Nohl, A.-M.; Schittenhelm, K.; Schmidtke, O.:

Zur Einführung: Migration, kulturelles Kapital und Statuspassagen in den Arbeitsmarkt.

In: Kulturelles Kapital in der Migration: Hochqualifizierte Einwanderer und Einwanderinnen auf dem Arbeitsmarkt. / Weiß, Anja; Schmidtke, O.; Schittenhelm, K.; Nohl, A.-M. (Hrsg.)
1.Auflage, Wiesbaden: VS Verlag (2009), S. 9-35
ISBN: 978-3-531-16437-3
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Soziologie, Sozialwissenschaften
Abstract:
Als der New Economy-Boom 2000 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, kündigte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder die „Greencard-Initiative“ an. Sie sollte die Einwanderung von IT-SpezialistInnen erleichtern und wurde zum Inbegriff eines Paradigmenwechsels in der bundesdeutschen Migrationspolitik: Menschen aus dem Ausland wurden erstmals nicht nur als billige, aber unqualifizierte Arbeitskräfte angesehen, die „Integrationsprobleme“ hervorbringen, sondern auch als TrägerInnen technischer und sonstiger Intelligenz, als „Humankapital“, wie es die Ökonomie so gerne nennt. Auch die von Angela Merkel geführte Große Koalition kam nicht umhin, trotz inzwischen eingetretener wirtschaftlicher Flaute um den Zuzug von Hochqualifizierten zu werben. Kürzlich schlug die Europäische Kommission eine „Blue Card“-Initiative vor, die Europa insgesamt für ausgewählte Gruppen von Hochqualifizierten aus aller Welt öffnen soll. Der internationale Wettbewerb um die „besten Köpfe“ wird europäische Gesellschaften zunehmend prägen.