Arbeit und Beruf - Konstitutive Momente der Beruflichkeit im evolutionsgeschichtlichen Rückblick auf die frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens und Aspekte aus berufsbildungstheoretischer Sicht

In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, Jg. 104 (2008) ; Nr. 3, S. 333-357
ISSN: 0172-2875
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Erziehungswissenschaften
Abstract:
Der Autor vertritt die These, dass die Verberuflichung von Arbeit als konstitutives und bis heute inhärentes Moment der kulturellen Evolution mit der Entstehung urbaner Gesellschaftsstrukturen in den frühen vorderasiatisch-mediterranen Hochkulturen ihren Anfang genommen hat. Hierzu werden im Folgenden ausgewählte Forschungsbefunde präsentiert und unter dem Aspekt der Verberuflichung von Arbeit in Mesopotamien und im Alten Ägypten interpretiert. Diesem zunächst befremdlich anmutenden Rückblick in die ferne Vergangenheit schließt sich der Versuch an, das Konzept der Beruflichkeit und die damit zusammenhängenden Begriffe der Verberuflichung und Entberuflichung unter bildungstheoretischen Aspekten zu sondieren. Damit ist der Leitgedanke verbunden, dass sich die Berufs- und Wirtschaftspädagogik nicht auf vordergründige Debatten um das Ende der Beruflichkeit fokussieren, sondern sich offensiv der Frage nach der Gestaltbarkeit beruflich qualifizierter und kultivierter Arbeit – auch in Formen flexibler Beruflichkeit – stellen sollte.