Arbeitsmarktdynamik zwischen öffentlicher Wahrnehmung und empirischer Realität.

In: WSI‐Mitteilungen, Jg. 56 (2003) ; Nr. 8, S. 503-509
ISSN: 0342-300X
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Soziologie, Sozialwissenschaften
Abstract:
Neuere empirische Befunde mehren die Skepsis gegenüber weitverbreiteten Annahmen, wie sich die Erwerbsverläufe von Beschäftigten und damit zusammenhängend die Dynamik des Arbeitsmarktes insgesamt in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hätten. Der Beitrag zeigt exemplarisch anhand einer betriebsgrößenspezifischen Analyse der Arbeitsmarktmobilität und Beschäftigungsstabilität in Westdeutschland zwischen 1975 und 1995, dass ein Wandel der Produktionsorganisation und damit zusammenhängend die zunehmende Bedeutung kleinbetrieblicher Beschäftigung nicht zu einer Beschleunigung des Arbeitsmarktgeschehens und nicht zu einer Destabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen geführt hat.

Gerade die kleineren Betriebe, die im Wesentlichen das Beschäftigungswachstum tragen, weisen die Tendenz zur Verstetigung der Arbeitgeber-/Arbeitnehmer-Beziehung auf. Dieses legt die Schlussfolgerung nahe, dass - entgegen der öffentlichen Wahrnehmung - nachhaltiges Beschäftigungswachstum in einer mehr und mehr dienstleistungsorientierten und auf Wissen basierenden Gesellschaft verlässliche und dauerhafte Beschäftigungsbeziehungen voraussetzt.

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