Informelle Arbeit. Ein Überblick über einen schillernden Begriff.

In: Schmollers Jahrbuch, Jg. 120 (2000) ; Nr. 2, S. 239-274
ISSN: 0342-1783, 1439-121X
Zeitschriftenaufsatz / Fach: Soziologie, Sozialwissenschaften
Abstract:
Im Zuge der großen gesellschaftlichen Probleme wie Dauerarbeitslosigkeit und Umweltzerstörung sind wieder verstärkt die Tätigkeiten des "informellen Sektors" ins Blickfeld von Wissenschaft und Politik gerückt, da dieser fehlende Erwerbsmöglichkeiten kompensiere und weniger ressourcenverbrauchend sei. Eine Diskussion über die Zukunft des "informellen Sektors" ist allerdings äußerst schwierig, da keine einheitlichen Begriffsdefinitionen existieren. Es zeigt sich, dass Uneinigkeit über die Kriterien besteht, die eine Tätigkeit entweder dem informellen oder aber dem formellen Sektor zuordnet. Um diese Definitionsvielfalt zu beseitigen, werden sieben Kriterien vorgeschlagen, die den Formalisierungsgrad unterschiedlicher Arbeitsformen möglichst eindeutig beschreiben und die sie von anderen Bereichen abgrenzen. Mittels dieser Kriterien, die freilich von länderspezifischen "institutionellen Kontext" abhängen, wird ein neues idealtypisches Schema vorgestellt, mit dessen Hilfe jegliche Arbeit des "informellen Sektors" differenziert und dadurch präziser betrachtet werden kann.