Fiktionalisierung der politischen Kommunikation: Zwischen strategischem Kalkül und Entleerung der Politik.

In: Fakten und Fiktionen. Über den Umgang mit Medienwirklichkeiten. / Baum, A.; Schmidt, S. (Hrsg.)
Konstanz: UVK (2002), S. 499-513
ISBN: 3-89669-351-4
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Politikwissenschaft
Abstract:
Im Folgenden wird der Anschluss an die These vom Übergang der politischen Kultur zur Medienkultur ( Dörner) gesucht und gefragt: 1) Welchen Stellenwert besitzen unterhaltende und fiktionale Elemente in den Darstellungs- und Inszenierungsstrategien der Politiker? 2) Welche Auswirkungen lassen sich im Umgang mit Politikern und politischen Vorgängen erkennen? 3) Übernehmen fiktionale (und satirische) Sendungen Orientierungs- und Identifikationsleistungen, die bislang von den ”klassischen” Informationsangeboten erbracht wurden? Abgearbeitet werden diese Fragen in fünf Schritten. Zunächst erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen Politainment und Fiktionalisierung. Die Konzentration liegt dann auf der Einordnung der Fiktionaliserungstrends. Im nächsten Schritt wird gefragt, ob die Fiktionaliserung der politischen Kommunikation als Antwort auf die Herausforderungen der so genannten Telepolitik begriffen werden kann und was den (neuen) Charakter der Vermischung von Fakten und Fiktionen auszeichnet. Als weitere Stufe wird der Bedeutungsaufschwung der Unterhaltungsölffentlichkeit und die Folgen für die politische Kommunikation diskutiert. Anschauungsmaterial liefert dabei ein Rückblick auf verschiedene Entwicklungsphasen in den USA. Die Beobachtungen in der Bundesrepublik im vierten Schritt beziehen sich dann zum einen auf die TV-Movies Rache ist süß und Macht und zum Zweiten auf die Polit-Satire Wie war ich, Doris?. Den Abschluss bildet eine politik- und kommunikationswissenschaftliche Einordnung und Bewertung.

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