Verbände und Politikberatung

In: Handbuch Politikberatung / Falk, S.; Römmele, A. (Hrsg.)
1.Auflage, Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss. (2006), S. 268-274
ISBN: 3-531-14250-X, 978-3-531-14250-0
Buchaufsatz / Kapitel / Fach: Politikwissenschaft
Abstract:
Verbände gehören zu den wichtigsten Akteuren der Politik. Von den Parteien unterscheiden sie sich nur darin, dass sie nicht zu Wahlen antreten. Die historische Genese und gesellschaftlichen Funktionen von Parteien und Verbänden sind sehr ähnlich (von Alemann 1987: 145 ff.; Schmid 1993; Reutter/Rütters 2001). Beide verdanken ihre Entstehung gesellschaftlichen Differenzierungsprozessen und sind zugleich Ausdruck der Moderne und der Demokratie. Nur in Regimen, wo die Vielfalt von Interessen anerkannt und rechtlich geschützt wird, kann sich eine pluralistische Parteien— und Verbändevielfalt entfalten. In der modernen Gesellschaft gibt es für die abstrakte Konstruktion des volonté générale keinen Platz, umso mehr für eine organische Vielfalt von organisierten Interessen. Erst im Wettbewerb dieser Interessen — ob in Parteien oder Verbänden organisiert — konstituiert sich Demokratie. „Die Aufdeckung der dialektischen Spannung zwischen Interessenrepräsentation und volonté générale, das niemals endende Bemühen, mittels freier und offener Auseinandersetzungen einen Ausgleich zwischen diesen beiden Prinzipien herzustellen, bildet eines der kennzeichnenden Merkmale der ‚westlichen Demokratien’. (Fraenkel 1968: 40)

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